Anpassung Umwandlungssatz per 1. Januar 2014 (Stand 1. Januar 2018) - Reformierte Landeskirche Aargau


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Anpassung Umwandlungssatz per 1. Januar 2014

Stand 1.1.2019


Mit dem Umwandlungssatz wird das im Zeitpunkt der Pensionierung vorhandene Sparguthaben in eine lebenslängliche Altersrente umgerechnet. Wer zum Beispiel im Jahre 2019 im Alter 65 über ein Sparguthaben von 100‘000 Franken verfügt, erhält mit dem aktuell geltenden Umwandlungssatz von 5.30 Prozent eine lebenslängliche Altersrente von 5‘300 Franken pro Jahr. Der Umwandlungssatz basiert auf Beobachtungen der Lebenserwartung und der Rendite, die mit dem noch nicht verwendeten Sparguthaben erzielt werden kann.

Gemäss den am 1. Januar 2015 veröffentlichten technischen Grundlagen für öffentlich-rechtliche Pensionskassen (VZ 2010) hatte eine 65-jährige Person eine Lebenserwartung von etwa 85 Jahren (Männer) beziehungsweise 88 Jahren (Frauen). Die Tendenz ist weiterhin steigend. Die zentrale Frage lautet: Wie alt kann der Mensch überhaupt werden? Genau zu dieser Frage nimmt Altersforscher Siegfried Hekimi in der süddeutschen Zeitung Stellung. Nachfolgend ein Auszug aus diesem Bericht:

„Wir wissen schlicht nicht, wo die Altersgrenze für Menschen liegt“, sagt Altersforscher Siegfried Hekimi von der McGill-Universität in Montreal. „Wenn sich der Trend fortsetzt, könnte sich sowohl die maximale als auch die durchschnittliche Lebenserwartung noch erheblich steigern“.
Geht die Entwicklung der vergangenen 50 Jahre so weiter, würde die Anzahl der Hundertjährigen von 56‘000 im Jahre 2015 auf 750‘000 im Jahre 2050 steigen. Und eine unter 840‘000 Frauen, die 2015 das Alter von 70 Jahren erreicht hat, würde das Jahr 2070 erleben und damit 125 werden. „Aus heutiger Sicht ist das zwar schwer vorstellbar“, weiss Hekimi. „Aber Menschen vor 300 Jahren mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von unter 40 hätten uns auch für verrückt erklärt, hätte man ihnen gesagt, dass viele Menschen heute 100 Jahre alt werden.“

Gleichzeitig hat sich die Zinsentwicklung in den letzten Jahren markant verschlechtert. Als Beispiel kann der Zins für eine Bundesobligation mit zehnjähriger Laufzeit erwähnt werden, der von 3.8 Prozent im Jahre 2000 auf derzeit ungefähr 0.1 Prozent gesunken ist.

Mit einer Beruhigung der Finanzmärkte und einem markanten Anstieg des Zinsniveaus kann nicht gerechnet werden. Deshalb wurde auch die langfristige Renditeerwartung (technischer Zins) auf 2,0 Prozent herabgesetzt. Nur mit einer Senkung des Umwandlungssatzes ist die nachhaltige Finanzierung der Altersrenten weiterhin gewährleistet. Das Bundesrecht sieht, nach der letzten Volksabstimmung über Vorsorge 2020 immer noch, statt der vorgeschlagenen 6.0%, einen Umwandlungssatz von 6.8 Prozent vor. Dieser Satz ist aber nur massgebend für die gemäss BVG als Minimum berechnete Altersrente. Der Vorsorgeplan der Pensionskasse der reformierten Landeskirche Aargau sieht jedoch deutlich höhere Leistungen vor als dies gemäss dem BVG-Minimum vorgeschrieben ist. Das Sparguthaben der PKR setzt sich im Durchschnitt zu ca. 38% aus dem BVG-Altersguthaben (gesetzliches Minimum) und zu ca. 62% aus einem die gesetzlichen Mindestleistungen übersteigenden Guthaben zusammen. Deshalb ist es der PKR, als umhüllende Pensionskasse gestattet, den Umwandlungssatz tiefer anzusetzen. Viele Pensionskassen haben diesen Schritt bereits vollzogen und weitere werden folgen, da der Schritt aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung und des tiefen Zinsniveaus unvermeidlich ist. (Ruag per 1.2018 4,56%!)

Der Umwandlungssatz muss periodisch auf die Veränderung seiner Einflussgrössen, d.h. der Entwicklung der Lebenserwartung und der Zinsentwicklung an den Kapitalmärkten, überprüft werden. Die künftige Entwicklung der Lebenserwartung, der Finanzmärkte und der Zinsen lassen sich nicht voraussagen.

Die technischen Grundlagen VZ 2015 basieren auf den Beobachtungen des Versicherten- und Rentenbestandes von über 20 öffentlich-rechtlichen Pensionskassen. Die Höhe des Umwandlungssatzes ist im Anhang zum Vorsorgereglement festgelegt. Der Stiftungsrat als paritätisches Organ beschloss nach reiflichen Überlegungen und verschiedener Sitzungen die technischen Grundlagen (VZ 2015), den technischen Zins (2.0 %) einzuführen.

Als Abfederung hat der Stiftungsrat den Umwandlungssatz schrittweise gesenkt. Er überprüft jedoch den Umwandlungssatz dabei jährlich auf Übereinstimmung mit den entsprechenden rechtlichen Bestimmungen und der Entwicklung der Finanzmärkte und Zinsen. Dies kann zur Folge haben, dass die laufende Reduktion des Rentensatzes unterbrochen wird oder aber auch weitergeführt werden muss.

Bis zum Jahr 2020 sind folgende Rentensätze zu erwarten. Für die darauf folgenden Jahre wird sich der Stiftungsrat vorbehalten, notwendige Anpassungen vorzunehmen.

Alter  2019 2020
70 5,80% 5,55%
69 5,70%
5,45%
68 5,60%
5,35%
67 5,50%
5,25%
66 5,40%
5,15%
65 5,30%
5,05%
64 5,15%
4,90%
63 5,00%
4,75%
62 4,85%
4,60%
61 4,70%
4,45%
60 4,55%
4,30%

Das Finanzierungssystem der PKR im Sparteil mit (17%, 19%, 21%, 23%) ist weit über den Alterssparsätzen des BVG-Obligatorium mit (7%, 10%, 15%, 18%) und ergibt für die Versicherten der PKR eine gute überdurchschnittliche Altersvorsorge

Bei Fragen oder Unklarheiten melden Sie sich bei der Verwaltung der Pensionskasse: Telefon 062 834 93 08.

Lutz Fischer-Lamprecht,
Präsident Arbeitnehmervertretung
  Dr. Roland Frauchiger, 
Vizepräsident Arbeitgebervertretung