Palliative Care Zertifikatsabschluss - Reformierte Landeskirche Aargau


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Abschlussfeier PallCare 28Nov19 Aarau FB

«Leiden aushalten erfordert seelische Kraft» – Aargauer Landeskirchen bilden 51 Personen in Palliative Care und Begleitung aus

Medienmitteilung vom Montag, 2. Dezember 2019

51 Personen feierten am 28. November im Kultur und Kongresshaus Aarau ihren erfolgreichen Abschluss einer Ausbildung in Palliative Care und Begleitung der Aargauer Landeskirchen. Viele von ihnen werden künftig als freiwillige Helfer in der Sterbebegleitung im Einsatz stehen. Im Anschluss hielt Gerhild Becker ein Referat zur Bedeutung von Seelsorge und Spiritual Care als Bestandteil von Palliative Care.


Seit zehn Jahren bilden die Aargauer Landeskirchen hunderte Personen in Lehrgängen auf verschiedenen Stufen in «Palliative und Spiritual Care» in Kooperation mit dem Roten Kreuz Aargau oder Careum Weiterbildungen aus. Bis Ende 2021 profitieren die Teilnehmenden dabei noch von der Unterstützung des Kantons Aargau, der sich an den Weiterbildungskosten beteiligt. Diese breite Unterstützung zeigt, dass Palliative und Spiritual Care längst nicht mehr aus dem Gesundheitssystem wegzudenken ist. Das Bedürfnis nach professioneller Unterstützung bei der Pflege und Betreuung von unheilbar kranken Menschen und ihren Angehörigen wird immer grösser.

Hohe Qualität der Ausbildung
Am 28. November haben 47 Frauen und vier Männer als Begleitpersonen oder Fachkräfte ihre Ausbildung mit einer Feier im Kultur und Kongresshaus Aarau abschlossen und ihre Zertifikate erhalten. 13 Personen haben den Lehrgang A2 für Begleitpersonen absolviert, 12 den Lehrgang A2 für Fachpersonen, 21 den Lehrgang B1 für Fachpersonen und 5 haben den B2-Lehrgang in interprofessioneller spezialisierter Palliative Care abgeschlossen. «Es freut uns sehr, dass wir sogar Absolventinnen haben, die von ausserhalb des Kantons Aargau zu uns kommen,» sagte Karin Tschanz, die den mehrstufigen Lehrgang entwickelt hat und als Ausbildungsleiterin tätig ist. «Das spricht für die Qualität unserer Lehrgänge. Vor allem die Praktika und Hospitationen werden als wichtige Bestandteile unserer Ausbildung enorm geschätzt.»

Neues Kursangebot für Trauerbegleitung
In diesem Jahr wurde zudem ein neuer Kurs zum Thema Trauerbegleitung angeboten. Diese achttägige Weiterbildung wurde von elf Fachpersonen besucht und passt thematisch gut in das bestehende Lehrprogramm der Palliative und Spiritual Care. Für viele Angehörigen von Verstorbenen kann die professionelle Begleitung sehr wertvoll sein, da sie in dieser Situation Unterstützung benötigen.
 
Offen sein für Spiritualität
Im Anschluss an die Zertifikatsfeier hielt Gerhild Becker ein Referat. Sie ist Theologin und ärztliche Direktorin der Klinik für Palliativmedizin am Universitätsklinikum Freiburg. Die Kombination aus diesen beiden Fachbereichen machte sie zum Thema ihres Referats, in dem es um die Rolle der Seelsorge und der Spiritual Care in der Palliative Care ging. Becker verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: «Das ganze Team – vom Arzt bis hin zur Reinigungskraft im Spital – muss offen sein für das Thema Spiritualität, denn die gehört unbestritten zur Palliative Care». Einen besonderen Stellenwert räumt sie der Seelsorge ein. «Gerade wir Mediziner haben den Drang, Probleme immer lösen zu wollen», so Becker. «Aber dabei ist es manchmal wichtiger, das Leiden der Patienten zu würdigen, statt es weg zu therapieren. Das ist eine Aufgabe, die insbesondere die Seelsorge übernehmen kann. Sie kann beim leidenden Menschen bleiben und seine seelischen Kräfte bestärken.»

Fabio Baranzini / Aargauer Landeskirchen



Aufgeschaltet am 2. Dezember 2019
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