Coaching und Mediation - Reformierte Landeskirche Aargau


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Hilfe bei Konflikten: Coaching, Mediation in der Kirche

Oft genügt es, sich mit seinen Problemen einer Vertrauensperson anzuvertrauen, ihr den Konflikt schildern zu können und mit ihr die Vorgehensmöglichkeiten zu besprechen.
Vielfach ist eine professionelle Beratung und allenfalls Begleitung erforderlich. Der Kirchenrat führt eine Liste von Supervisorinnnen und Supervisoren, Coaches, Gemeindeberaterinnen und Gemeindeberatern. Sie ist beim Sekretariat der Reformierten Landeskirche, Stabsstelle Theologie und Recht, erhältlich.
Beim Coaching wird die eigene Lösungskompetenz durch den weiblichen oder männlichen Coach gefördert. Der Coach hilft mir, meine Probleme zu artikulieren, sie zu ordnen und ihr Gewicht abzuschätzen. Er hilft mir, zu formulieren, was ich erreichen will und Lösungswege zu suchen, wie ich meine Ziele am ehesten verwirklichen kann. Durch die Kompetenz des Coaches, verschiedene Perspektiven einzunehmen und interdisziplinär zu denken, werden bei meiner Problemreflexion und Lösungssuche auch die Sichtweisen der anderen involvierten Personen sichtbar gemacht und berücksichtigt. Dies macht wiederum meine Lösungsansätze vielversprechender.

Die Mediation
Immer mehr Menschen finden in Konfliktsituationen zur Mediation. Anstatt den Konflikt „auszuhalten“ oder den Rechtsweg zu beschreiten, wird mit Hilfe von Mediatorinnen oder Mediatoren der Konflikt bearbeitet und nach Lösungen gesucht, die den Bedürfnissen der beteiligten Parteien gerecht werden. So entsteht eine neue Streitkultur mit unübersehbaren Vorteilen:

  • Mediation ist schnell, Image schonend und vertraulich.
  • Eine Mediation kostet nur einen Bruchteil einer gerichtlichen Auseinandersetzung.
  • Der Fokus wird auf die Menschen und ihre Bedürfnisse gelenkt und nicht auf das Recht.
  • Die Konfliktparteien übernehmen die Eigenverantwortung und entscheiden selber welche Lösung für sie passt. Kein Richter entscheidet für sie.
  • Die Kommunikation zwischen den Konfliktparteien wird gefördert und die Einsicht in die Denkweise der Gegenparteien wird angestrebt.
  • Mediation ist ein Interessen-orientiertes Verfahren, mit dem Ziel, zu einer Win/Win-Lösung zu kommen.


Konfliktlösungen, die von den Konfliktparteien selbst aus eigener Kraft oder mit professioneller Hilfe erarbeitet worden sind, werden in aller Regel den Beteiligten besser gerecht, als ein von Dritten konzipierter Vorschlag. In einer Mediation erzielte Einigungen lassen weniger Verletzungen zurück und bieten die bessere Basis für künftiges Zusammenleben oder Zusammenarbeiten. In einer Mediation werden die Bedürfnisse und Gefühle der Beteiligten ernst genommen und es wird gemeinsam nach Lösungen gesucht, welche allen Seiten entgegenkommen. Dies sollen nicht einfach Kompromisse sein, sondern neue Ansätze, die weder dem einen noch dem anderen Standpunkt der Kontrahenten direkt entsprechen, sondern deren Bedürfnissen bestmöglich gerecht werden. Solche Lösungen werden oft als Wunder der Mediation bezeichnet.

Mediationsprozess
Um einen Mediationsprozess einleiten und durchführen zu können, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein: Vor allem bedarf es des freien Willens der Parteien, in einen solchen Prozess einzusteigen. Sie müssen bereit sein, einen selbstverantworteten, strukturierten Dialog aufzunehmen, mit der Absicht, mit Hilfe der Mediatorinnen oder Mediatoren eine einvernehmliche Lösung anzustreben. Dazu ist es wichtig, dass sie über ihre Rechte informiert sind und wissen, welche Alternativen ihnen offen stehen. Es muss die Bereitschaft bestehen, während des Mediationsverfahrens auf alles zu verzichten, was den Prozess stören könnte. Es sind Absprachen bezüglich der Vertraulichkeit notwendig: Was muss von den am Mediationsprozess Beteiligten vertraulich behandelt werden und was darf in welchem Zeitpunkt einem weiteren Kreis zugänglich gemacht werden?
Für die Lösung innerkirchlicher Konflikte bietet die Landeskirche ein für die Parteien kostenloses Schlichtungsverfahren vor der seit 1. Januar 2005 bestehenden Schlichtungskommission an.

Das Kuratorium
Wenn eine Kirchenpflege ihre Pflichten nicht mehr ausüben kann oder will oder die gesetzliche Mindestzahl an ehrenamtlichen Kirchenpflegemitgliedern unterschritten wird, hat der Kirchenrat für diese Gemeinde ein Kuratorium zu bestellen, das die Kompetenz hat, Vorkehren zu treffen, die die kirchliche Ordnung wieder herstellen können (§ 139 Kirchenordnung, SRLA 151.100).