Anpassung Umwandlungssatz per 1.1.14 - Reformierte Landeskirche Aargau


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Anpassung Umwandlungssatz per 1. Januar 2014

Mit dem Umwandlungssatz wird das im Zeitpunkt der Pensionierung vorhandene Sparguthaben in eine lebenslängliche Altersrente umgerechnet. Wer z.B. im Alter 65 über ein Sparguthaben von 100'000 Franken verfügt, erhält mit dem bisher geltenden Umwandlungssatz von 6.8 Prozent eine Altersrente von 6'800 Franken pro Jahr. Der Umwandlungssatz basiert auf Beobachtungen der Lebenserwartung und der Rendite, die mit dem noch nicht verwendeten Sparguthaben erzielt werden kann.

Gemäss den aktuellen technischen Grundlagen für öffentlichrechtliche Pensionskassen (VZ 2010) hat eine 65-jährige Person eine Lebenserwartung von etwa 85 Jahren (Männer) bzw. 88 Jahren (Frauen). Gegenüber den bisher für die PKR geltenden Grundlagen (EVK 2000) entspricht dies einer Zunahme von etwa 2.5 Jahren (vgl. nachstehende Grafik).

Rentenlaufzeit

Die Rentenlaufzeit verlängerte sich also erheblich. Gleichzeitig haben sich die Renditeaussichten in den letzten Jahren markant verschlechtert. Als Beispiel kann der Zins für eine Bundesobligation mit zehnjähriger Laufzeit erwähnt werden, der von 3.8 Prozent im Jahr 2000 auf derzeit ca. 1 Prozent gesunken ist (vgl. nachstehende Grafik).

Zinsentwicklung

Mit einer raschen Verbesserung der Renditeaussichten kann nicht gerechnet werden. Deshalb wird die langfristige Renditeerwartung (technischer Zins) von bisher 3.5 auf 3 Prozent herabgesetzt. Nur mit einer Senkung des Umwandlungssatzes ist die nachhaltige Finanzierung der Altersrenten weiterhin gewährleistet. Das Bundesrecht sieht 2014 einen Umwandlungssatz von 6.8 Prozent vor. Dieser Satz ist aber nur massgebend für die gemäss BVG als Minimum berechnete Altersrente (obligatorischer Teil). Der Vorsorgeplan der Pensionskasse der Reformierten Landeskirche Aargau sieht jedoch deutlich höhere Leistungen vor als dies gemäss dem BVG-Minimum vorgeschrieben ist. Das Sparguthaben der PKR setzt sich im Durchschnitt zu ca. 38% aus dem BVG-Altersguthaben und zu ca. 62% aus dem überobligatorischen Guthaben zusammen. Deshalb ist es der PKR gestattet, den Umwandlungssatz tiefer anzusetzen. Einige Pensionskassen haben diesen Schritt bereits vollzogen und weitere werden folgen, da der Schritt aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung und des tiefen Zinsniveaus unvermeidlich ist.

Der Umwandlungssatz muss periodisch auf die Veränderung seiner Einflussgrössen, d.h. der Entwicklung der Lebenserwartung und der Zinsentwicklung an den Kapitalmärkten, überprüft werden. Die künftige Entwicklung der Lebenserwartung, der Finanzmärkte und der Zinsen lassen sich nicht voraussagen.

Die technischen Grundlagen VZ 2010 basieren auf den Beobachtungen des Versicherten- und Rentenbestandes von über 20 öffentlich-rechtlichen Pensionskassen. Die Höhe des Umwandlungssatzes ist im Anhang zum Vorsorgereglement festgelegt. Der Stiftungsrat als paritätisches Organ beschloss nach reiflichen Überlegungen und drei Sitzungen die technischen Grundlagen (VZ 2010), den technischen Zins (3.0 %) einzuführen.

Als Abfederung wird der Umwandlungssatz schrittweise gesenkt. Ab 2013 reduziert sich der Umwandlungssatz in jedem Folgejahr um 0,25 %. Der Stiftungsrat überprüft jedoch den Umwandlungssatz dabei jährlich auf Übereinstimmung mit den entsprechenden rechtlichen Bestimmungen und der Entwicklung der Finanzmärkte und Zinsen. Dies kann zur Folge haben, dass die laufende Reduktion des Rentensatzes unterbrochen wird oder aber auch weitergeführt werden muss.

Für Rentenansprüche die vor 2014 entstanden sind werden keine Anpassungen vorgenommen. Die laufenden Renten sind von dieser Rentensatzanpassung nicht betroffen.

Bis zum Jahr 2017 sind folgende Rentensätze zu erwarten.

 Alter 2014
2015
 2016 2017
 70  7.05%  6.80%  6.55%  6.30%
 69  6.95%  6.70%  6.45%  6.20%
 68  6.85%  6.60%  6.35%  6.10%
 67  6.75%  6.50%  6.25%  6.00%
 66  6.65%  6.40%  6.15%  5.90%
 65  6.55%  6.30%  6.05%  5.80%
 64  6.40%  6.15%  5.90%  5.65%
 63  6.25%  6.00%  5.75%  5.50%
 62  6.10%  5.85%  5.60%  5.35%
 61  5.95%  5.70%  5.45%  5.20%
 60  5.80%  5.55%  5.30%  5.05%

Der Stiftungsrat ist sich bewusst mit diesem Entscheid den aktiv Versicherten die finanzielle Pensionsplanung nachhaltig zu beeinflussen. Er sieht sich aber in der Verantwortung die Pensionskasse mit grosser Sorgfalt auch für zukünftige Rentnerinnen und Rentner zu sichern.

Bei Fragen oder Unklarheiten melden Sie sich bei der Verwaltung der Pensionskasse: Telefon 062 834 93 08.

Aarau, 30. September 2013


H.P. Schaub, Präsident           G. Weihrauch, Vizepräsident
Arbeitgebervertretung            Arbeitnehmervertretung