Portrait Antonio Sirera, Birmenstorf-Gebenstorf-Turgi - Reformierte Landeskirche Aargau


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Portrait Antonio Sirera
«Kirchenpfleger zu sein, ist eine Erfahrung, die es sich lohnt zu machen», sagt Antonio Sirera, Ressortverantwortlicher Finanzen in der Reformierten Kirchgemeinde Birmenstorf-Gebenstorf-Turgi
Foto: Carmen Frei

Team ist entscheidend

Rund 1960 Mitglieder gehören zur Reformierten Kirchgemeinde Birmenstorf-Gebenstorf-Turgi. Als Antonio Sirera in die Gegend zog, hätte er sich nicht träumen lassen, ein paar Jahre später Teil der neunköpfigen Kirchenpflege zu sein. Doch seit November 2016 führt er dort das Ressort Finanzen und bekennt: «So kann ich etwas zurückgeben an Gutem, das wir in dieser Gemeinschaft erfahren durften».


Als Pflegesohn Jeremy vor vier Jahren aus dem Kanton Bern zu Antonio und Karin Sirera nach Müslen kam, war er im Konfirmandenalter. «Dank der umsichtigen Art von Sozialdiakon Simon Wälchli fand Jeremy hier rasch Anschluss und diese Kontakte trugen viel zu seiner Integration bei. Mittlerweile
ist Jeremy selber in der Jugendarbeit der Kirchgemeinde als Leiter aktiv», freut sich Antonio Sirera. Schön und gut. Doch was hat diese Geschichte mit der Kirchenpflege zu tun? Antonio Sirera lacht: «Simon Wälchli meldete sich eines sonntagnachmittags zum Kaffee bei uns an. Mit im Gepäck eine Anfrage bezüglich Kirchenpflege. Aufgrund der vielen positiven Begegnungen hatte er meine Frau im Blick. Doch als klar wurde, dass es das Ressort Finanzen zu besetzen gilt, war es für mich selbstverständlich, genauer hinzusehen. Ich wollte wirklich etwas zurückgeben an Gutem, das wir durch unseren Pflegesohn in der Kirchgemeinde erleben durften», so der 45-Jährige.

Tragbare Thematik
Der Geschäftsführer einer Firma für Cyber-Security ging erst einmal Kirchenpflege-Luft schnuppern. «Mir gefiel es im Team auf Anhieb und so
sagte ich zu.» Seit November 2016 ist er gewählt. «Vor dem Ressort Finanzen haben die meisten grossen Respekt. Doch bei mir gehören die Finanzen zum täglichen Brot», erklärt der Betriebswirt, fügt gleichwohl eine Erfahrung aus seiner noch jungen Kirchenpfleger-Karriere an: «Ich musste lernen, dass rund um die Finanzen einer Kirchgemeinde andere Regeln gelten als ich sie von der Privatwirtschaft her kenne.» Um besser im neuen Tätigkeitsfeld Fuss fassen zu können, besuchte Antonio Sirera das Schulungsangebot für neue Kirchenpflege-Mitglieder der Reformierten Landeskirche Aargau. «Sensationell», so sein Prädikat für die landeskirchliche Unterstützung. «Sowohl was die Einführung betrifft als auch in Bezug auf die fachliche Hilfe, die ich generell bei Anfragen erhalte. Ich kann allen Neulingen nur empfehlen, von den Dienstleistungen
der Gemeindeberatung oder des Dienstleistungszentrums Gebrauch zu machen.»

Von Gebäuden und Gemeinschaft
Nach einem Jahr im Amt weiss Antonio Sirera, dass es im Kern seiner Aufgabe darum geht, eine Balance zu finden, wie die anstehenden Verpflichtungen auf
finanzierbare Art gestaltet werden können. Eine grosse Belastung stellt auch für die Kirchgemeinde Birmenstorf-Gebenstorf-Turgi die Instandhaltung der Gebäude dar. «Wichtig ist mir, dass ich mich nicht auf die Zahlen versteife, sondern mich in alle Sachgeschäfte einbringe.» Als weitere Ziele steckte er sich
fürs erste Amtsjahr: gut im Team und mit dem Team unterwegs sein, einmal den ganzen Zyklus inklusive Budgetprozess und Rechnungsabschluss durchmachen
und somit Dossier-Sicherheit erlangen sowie die Kirchgemeinde noch besser kennenlernen.

Anstehende Wahlen
Im 2018 stehen im ganzen Aargau Kirchenpflegen-Wahlen an. «Ich mache definitiv weiter», weiss Antonio Sirera schon heute. Durch einen altersbedingten Rücktritt ist die Kirchenpflege Birmenstorf-Gebenstorf-Turgi trotzdem aufgefordert, ein neues Mitglied zu suchen. Das Rezept des Finanzverantwortlichen: «Ich finde, es steht und fällt mit der Präsenz und Begeisterung, die wir als Behörde in der Kirchgemeinde haben. Ich versuche
auf positive Art dabei zu sein, mich zu zeigen, so das Image der Kirchenpflege zu fördern.» Entsprechend steht der leidenschaftliche Hobbykoch
beispielsweise beim Weihnachtsessen der Jugendarbeit hinter dem Herd. «Meine Mutter empfand das Kochen ein notwendiges Übel. Hingegen mit meinem Vater in der Küche zu stehen, war für mich stets das Grösste.» Ebenfalls zentral bei der Suche nach neuen Kirchenpflege-Mitgliedern erachtet Antonio Sirera: «Bei sich bleiben und Leute suchen, die ins Team passen. Mit Team meine ich sowohl die Amtsträger als auch die Ordinierten.»

Meinung revidiert
Antonio Sirera war früher nie aktiv in der Kirche und höchstens ein Gelegenheits-Kirchgänger. «Ich teilte die Ansicht, dass der Glaube kein
Engagement oder den Kirchenbesuch braucht.» Heute sieht er das anders. «Ich erlebe hier Kirche als Ort der Gemeinschaft und Nächstenliebe.
Ich verbringe Zeit mit Menschen, die Gutes tun und einander stützen. Ich habe durch diese Erfahrung zur Kirche zurück gefunden.» Darum liegt es ihm am Herzen, andere für dieses Amt zu motivieren: «Ich kann jeder und jedem nur empfehlen, sich eine Anfrage wohlwollend zu überlegen. Als Kirchenpflegerin oder Kirchenpfleger haben wir die Möglichkeit, der Gemeinschaft und Gesellschaft etwas zurückzugeben, das sich lohnt.»

Carmen Frei