Empfehlungen zu einzelnen Amtshandlungen - Reformierte Landeskirche Aargau


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Empfehlungen zu den einzelnen Amtshandlungen und Feiern

Taufen
Die Taufe ist nach reformiertem Verständnis Zuspruch und Anspruch gleichzeitig: Der Zuspruch der Gnade Gottes für einen bestimmten Menschen und der Anspruch, dass dieser Mensch sein Leben im christlichen Glauben führen wird. Im Falle der Kindertaufe versprechen die Eltern und Taufzeugen, dieses Kind so zu erziehen, dass es das Evangelium kennen und lieben lernt. In diesem Bemühen unterstützt die Kirche die Eltern mit ihren Angeboten wie Kindergottesdienst, Religionsunterricht, Jugendarbeit und Konfirmandenunterricht.
Die Aargauer Kirchenordnung sieht vor, dass eine Taufe nur dann durchgeführt wird, wenn mindestens ein Elternteil und der Täufling Mitglieder der reformierten Landeskirche sind. Deshalb ist die Taufe gebührenfrei. (Die Kirchenmitgliedschaft des Kindes muss entsprechend auf der Einwohnerkontrolle gemeldet werden.)

Trauungen
Die Trauung ist nach reformiertem Verständnis eine Segnungshandlung. Mit der Trauung ist kein automatischer Eintritt in die Kirche verbunden.
Der Gedanke, dass die Bestätigung der Ziviltrauung in der Kirche vor Gott geschieht, soll vom Paar ehrlich mitgetragen werden können. Der Trauungsgottesdienst soll klar als kirchliche Handlung erkennbar sein. Nicht jeder Wunsch soll den Verantwortlichen zum Befehl werden.
Der Kirchenrat empfiehlt, dass wenn weder Braut noch Bräutigam Mitglied der reformierten Landeskirche sind, ein Unkostenbeitrag von Fr. 1000.- verlangt wird.
In diesem Unkostenbeitrag sollen die Benützung der Kirche, Orgelmusik und Sigristen-/Abwartdienst enthalten sein. Kosten für Blumenschmuck und Benützung von weiteren Räumen können zusätzlich in Rechnung gestellt werden.
Da bei der Hochzeit der Auftrag des Pfarrers, der Pfarrerin vor allem Segnen, Verkündigen und seelsorgerliches Begleiten ist, empfiehlt der Kirchenrat, auf eine vom Brautpaar getragene Entschädigung des Pfarrers, der Pfarrerin zu verzichten.
 
Beerdigung/Abdankung
Alle Verstorbenen haben Anrecht auf eine angemessene Bestattung unabhängig von ihrer kirchlichen Zugehörigkeit. Dafür ist die politische Gemeinde zuständig.
Wie bei den andern Kasualien gibt es auch bei der Abdankung keinen Anspruch von Nichtmitgliedern auf eine kirchliche Bestattung. Dies schafft im Fall der Abdankung aber nur dort eine klare Situation, wo weder die oder der Verstorbene noch die Angehörigen der Kirche angehören.
Da aber bei Todesfällen häufig unter Zeitdruck entschieden werden muss und zudem jeder Fall schon aus biographischen Gründen verschieden ist, ist es sinnvoll, gemeindeeigene Leitlinien zu erstellen. Der Kirchenrat empfiehlt dabei folgende Gesichtspunkte zu beachten:
 
Abdankung als öffentlicher Gottesdienst
Die Reformierte Kirche Aargau ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und hat öffentliche Aufgaben wahrzunehmen. Nicht zuletzt bei Abdankungen kann die Kirche der Tendenz unserer Kultur zur Privatisierung und Anonymisierung von Leben und Tod entgegen wirken. Angesichts des Todes einer Mitbewohnerin oder eines Mitbewohners soll der Ortsgemeinschaft die Möglichkeit gegeben werden, in einer Feier ihre Trauer auszudrücken und Abschied zu nehmen.
 
Wille der oder des Verstorbenen
Haben sich Nichtmitglieder zu Lebzeiten eine kirchliche Abdankung ausdrücklich verbeten, so ist dieser Wunsch grundsätzlich zu respektieren. Sollten die Angehörigen dennoch auf einer kirchlichen Abdankung bestehen, wäre mit ihnen zusammen das Pro und Kontra sorgfältig abzuwägen und allenfalls Alternativen aufzuzeigen.
 
Wünsche der Angehörigen
Mit Trauernden soll in der schwierigen Zeit des Abschiednehmens seelsorgerlich und behutsam umgegangen werden. Falls die gewünschte Amtshandlung verweigert wird, soll dies einfühlsam und plausibel begründet werden.
Der Kirchenrat empfiehlt für kirchliche Abdankungen von Nichtmitgliedern keine fixen Regeln aufzustellen. Im Fall der Gewährung einer kirchlichen Abdankung empfiehlt er einen Unkostenbeitrag von Fr. 1000.- zu verlangen, in Analogie zu den Trauungen.
Je nach finanzieller und sozialer Situation der Verstorbenen und/oder deren Angehörigen und den Vereinbarungen mit der politischen Gemeinde sollte sich dieser Betrag entsprechend reduzieren lassen.
 
Kirchlicher Unterricht und Konfirmation
Ziel des reformierten Unterrichts ist es, den Jugendlichen soziale Kompetenzen und religiöses Wissen zu vermitteln, insbesondere die Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben zu ermöglichen und die Fähigkeiten zu fördern, für ihr Leben hilfreiche Antworten zu suchen und zu finden.
Es ist grundsätzlich ein Privileg, mit jungen Menschen arbeiten zu dürfen. Sie sind uns in besonderem Masse anvertraut. Der Kirchenrat empfiehlt im Umgang mit jungen Menschen eine offene und grosszügige Haltung.
Der Kirchenrat empfiehlt, das Gespräch über Erwartungen und Verpflichtungen mit Nichtmitgliedern aufzunehmen, die ihre (getauften oder ungetauften) Kinder in den Religionsunterricht schicken wollen. Viele Eltern sind sich nicht bewusst, dass der Religionsunterricht durch die Kirche finanziert wird. Sofern ein Kind zum Unterricht angemeldet wird, sollen für die Schülerin, den Schüler die gleichen Pflichten und Rechte gelten wie für alle anderen.
Der Kirchenrat empfiehlt den kirchlichen Unterricht und den Konfirmandenunterricht für alle Schülerinnen und Schüler kostenlos durchzuführen. Lediglich für ein Konfirmationslager sollte die Kirchgemeinde Rechnung stellen (Solidarität).
Will sich eine Jugendliche oder ein Jugendlicher zum Abschluss des kirchlichen Unterrichts konfirmieren lassen, so muss er oder sie gemäss Kirchenordnung nicht unbedingt Mitglieder der reformierten Kirche sein.