Medienmitteilung Vorschau auf die Synode am 17. Juni in Bözberg


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Synode am 16. November 16 in Aarau
Die Synode am 16. November 16 im Grossratssaal in Aarau
Foto: F. Worbs

Finanzschwache Kirchgemeinden stärken

Vorschau auf die Geschäfte der Sommersynode am 1. Juni 2016

An der Sommersynode der Reformierten Landeskirche Aargau geht es vor allem um Finanzen und die Solidarität der Kirchgemeinden untereinander. Am Mittwoch, 7. Juni, kommen ca. 180 Mitglieder des reformierten Kirchenparlaments in Bözberg zusammen. Neben der Jahresrechnung 2016, die mit einem Ertragsüberschuss abschliesst, geht es um ein neues System für den Finanzausgleich der Kirchgemeinden im Aargau.


Der Kirchenrat legt der Synode die Rechnung 2016 der Zentralkasse der Reformierten Landeskirche Aargau vor, die erfreulicherweise mit einem ungeplanten Ertragsüberschuss von 87‘227 Franken abschliesst. Die Rechnung 2016 ergibt bei einem Aufwand von 11'265‘150 Franken und einem Ertrag von 11'352‘378 Franken ein deutlich positives Ergebnis, obwohl im Budget 2016 noch ein Aufwandüberschuss von 109‘755 Franken eingeplant war. Der Kirchenrat beantragt der Synode, den Ertragsüberschuss der Rückstellung «Ausgleich Zentralkassenbeitrag» zuzuweisen. Ausserdem sind die Rechnungen der Heimgärten Aarau und Brugg, des Tagungshauses Rügel und der Zeitung «reformiert.» Aargau sowie der Jahresbericht des Kirchenrates zu genehmigen. Der Jahresbericht wird neu als reines Textdokument vorgelegt.

Finanzschwäche ausgleichen
Der Finanzausgleichsfonds der Landeskirche deckt bei Aargauer Kirchgemeinden, die eine defizitäre Rechnung ausweisen, das Defizit bis zu 40 Prozent ihres Aufwands ungeachtet ihrer Finanzkraft. Die einzige Bedingung ist, dass der Steuerfuss der Kirchgemeinde mindestens 21% betragen muss. Dieser Fonds wird in absehbarer Zeit erschöpft sein, weil immer mehr Kirchgemeinden immer grössere Ansprüche auf Defizitbeiträge geltend machen. Während der Fonds 2010 noch mit 139‘899 Franken belastet wurde, mussten 2016 bereits 815‘158 Franken entnommen werden, um Defizite der Kirchgemeinden auszugleichen und Baubeiträge auszurichten. Das derzeitige System setzt keine Anreize, durch strukturelle Anpassungen ein Defizit zu beseitigen oder zumindest zu begrenzen. Sowohl aus finanzieller Perspektive als auch im Sinne einer guten Gemeindeentwicklung ist für den Kirchenrat eine Reform des Finanzausgleichs unumgänglich.

Der Kirchenrat legt der Synode eine Revision des Finanzausgleichs vor, die einen Systemwechsel bei der Berechnung der Beiträge vorsieht. Der Kirchenrat will nicht einfach die Bezüge aus dem Ausgleichsfonds linear kürzen, sondern Anreize für strukturelle Anpassungen setzen und gleichzeitig den Kirchgemeinden möglichst viel Gestaltungsspielraum lassen.


Die neue Regelung verfolgt drei Ziele: 1. Es werden nur noch finanzschwache Kirchgemeinden unterstützt. Die «Finanzschwäche» wird im Reglement im Verhältnis zur durchschnittlichen Steuerkraft aller Kirchgemeinden im Kanton Aargau bestimmt. Finanzstarke Kirchgemeinden, die Defizite ausweisen, erhalten keine Beiträge mehr. 2. Auch die effektiv ausgezahlten Beiträge für die bezugsberechtigten Kirchgemeinden sollen nach einem neuen Modell berechnet werden. Es soll die Finanzschwäche ausgeglichen werden, nicht in jedem Fall das ganze Defizit. 3. Die Autonomie der Kirchgemeinden wird nicht eingeschränkt. Wie sich die Kirchgemeinden der Aufgabe struktureller Anpassungen stellen, können sie selbst entscheiden. Die Teilrevision würde zur Folge haben, dass von den nach heutigem Stand zwölf anspruchsberechtigten Kirchgemeinden nur noch neun einen Beitrag erhalten würden.

Neues Personalrecht für die Landeskirchlichen Dienste
Die Gesamtrevision des Dienst- und Lohnreglements der Landeskirche betrifft ausschliesslich die Angestellten auf kantonaler Ebene, in den „Landeskirchen Diensten“. Das Reglement soll neu strukturiert und modernen Personalreglementen im öffentlichen Dienst angeglichen werden. Geändert werden einzelne Bestimmungen zur Beendigung des Anstellungsverhältnisses, zum Funktionsbeschrieb und zur Arbeitszeit.

Ausserdem berät die Synode die Ratifizierung der neuen «Übereinkunft sozial-diakonische Dienste» und wählt ein neues Mitglied der Schlichtungskommission, die Streitfälle in Kirchgemeinden nach Möglichkeit einvernehmlich lösen soll, bevor sie auf den üblichen kirchlichen Rechtsweg gehen.
ria / F. Worbs

Alle Synodevorlagen finden Sie auf unserer Homepage www.ref-ag.ch unter
"Synode / aktuell"



Aufgeschaltet am 24. Mai 2017
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