Stärkung der Berufsgruppen der Katecheten - Reformierte Landeskirche Aargau


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Stärkung der Berufsgruppe der Katechetinnen und Katecheten

In der reformierten Kirche ist angesichts der gesellschaftlichen Entwicklungen
der katechetische Dienst besonders herausgefordert und muss gestärkt werden. Der katechetische Dienst wird in den Kirchgemeinden von verschiedenen Berufsgruppen wahrgenommen wie zum Beispiel von den Pfarrerinnen und Sozialdiakonen, vor allem aber von den Katechetinnen und Katecheten. Während die Anstellungsbedingungen der ordinierten Dienste gut geordnet sind, ist die Anstellungs- und Arbeitssituation der Katechetinnen und Katecheten weniger befriedigend geklärt.

Deshalb möchte der Kirchenrat diese Berufsgruppe durch drei verschiedene
Massnahmen speziell stärken:
1. Anpassungen der Anstellungs- und Arbeitsbedingungen der Katechetinnen
und Katecheten an das veränderte Umfeld,
2. Einrichtung eines Konvents,
3. Einführung einer Beauftragung durch die Landeskirche.

1. Anpassungen der Anstellungs- und Arbeitsbedingungen

Katechetinnen und Katecheten nehmen heute vielfältige Aufgaben wahr, die
sich vom eigentlichen Religionsunterricht über Mitgestaltung von Gottesdiensten und Elternarbeit bis zur Mitarbeit in Projektwochen und Lagern
erstrecken können. Die Umschreibung der Aufgaben und das Lohnsystem im
heutigen Dienst- und Lohnreglement werden dieser Realität aber nicht gerecht, da sie fast ausschliesslich auf den Lernort Schule und den schulischen Religionsunterricht ausgerichtet sind. Der Kirchenrat schlägt vor, das einseitig auf Lektionen ausgerichtete Lohnsystem durch die Berechnung von Arbeitsstunden abzulösen. Die Umrechnung von Lektionen in Arbeitsstunden und die Anrechnung der anderen katechetischen Tätigkeiten möchte der Kirchenrat in einer Verordnung regeln. Der Lohnrechner, der in den Kirchgemeinden vielfach zum Einsatz kommt und sich als Berechnungsgrundlage bewährt hat, wird überarbeitet und den Kirchenpflegen
als offizielles Arbeitsmittel zur Verfügung gestellt.

2. Einrichtung eines Konvents
Katechetinnen und Katecheten können sich bisher auf freiwilliger Basis dem
Verein reformierter Katecheten und Katechetinnen im Aargau (VRKA)
anschliessen, der ihre Interessen in beruflicher Hinsicht vertritt. Innerhalb
der Landeskirche fehlt aber ein strukturell verankertes Gefäss. Der Kirchenrat
beantragt deshalb die Einrichtung eines Konvents, der die Berufsgruppe sichtbarer macht und in dem über fachliche Fragen diskutiert werden kann. Die dafür notwendigen Änderungen der Kirchenordnung und des Spesenreglements werden der Synode vorgelegt.

3. Einführung einer Beauftragung der Katechetinnen und Katecheten durch die Landeskirche
Der Kirchenrat beantragt der Synode, die Berufsgruppe der Katechetinnen
und Katecheten mit einer Beauftragung durch die Landeskirche für die Ausübung ihres Berufs im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes zu stärken.

Dies wird bereits in den Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn und Zürich
praktiziert. Die Beauftragung ist eine funktionale Zuweisung zu einem
spezifischen Dienst für Nichtordinierte. Die Beauftragung ist ein formeller Akt
mit starker Symbolwirkung und verbindet sie über die Kirchgemeinde hinaus
mit der Landeskirche. Sie ersetzt nicht die Inpflichtnahme für den konkreten
Dienst in der jeweiligen Kirchgemeinde. Die Aufsicht über die Katechetinnen
und Katecheten wird von der Beauftragung nicht berührt; sie bleibt bei der
anstellenden Kirchenpflege.

Weitere allgemeine Massnahmen
Ausserdem hat der Kirchenrat im Rahmen des Arbeitsprogramms 2015–2018
weitere Massnahmen zur Stärkung des katechetischen Dienstes insgesamt vorgesehen. Sie sollen allen Berufsgruppen im katechetischen Dienst dienen. Drei Massnahmen sollen insbesondere zur Qualitätssicherung des kirchlichen
Unterrichts und des Pädagogischen Handelns beitragen: 1. ein Leitbild
Katechese, 2. ein Berufsbild Katechetin / Katechet und 3. ein Rahmenlehrplan als Planungshilfe.




Aufgeschaltet am 29. September 2015
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