MM-Gospel-Weekend 2014 - Reformierte Landeskirche Aargau


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Gospel von oben
Das Gospelkonzert der Reformierten Landeskirche Aargau am 7. September in der voll besetzten Stadtkirche Aarau
Foto: Roger Wehrli

Gospel-Weekend der Reformierten Landeskirche für einen guten Zweck

Viel Begeisterung für Gospels und eine kaputte Uhr

Medienmitteilung vom Montag, 8. September 2014

Zum dritten Mal fand vom 5. bis 7. September in Aarau das Gospel-Weekend der Reformierten Landeskirche Aargau statt. Über 100 Sängerinnen und Sänger jeden Alters studierten ab Freitagabend Gospels ein. Am Benefizkonzert vom Sonntagnachmittag in der reformierten Stadtkirche wurde für den Eltern-Notruf gesammelt.


«O happy day!» klingt es an diesem Sonntagnachmittag aus der Aarauer Stadtkirche auf den Kirchplatz hinaus. Wenn Minuten später die über 100 Sängerinnen und Sänger des Gospel-Weekends die Bühne in der Kirche verlassen, um vor dem Auftritt noch einmal ein paar Minuten frische Luft zu schnappen, ist ihre Anspannung fühlbar. In einer halben Stunde startet das Konzert, auf das hin sie nun während Monaten geübt haben.

Bis Juni konnten sich interessierte Sängerinnen und Sänger dazu anmelden. Einzige Bedingung: Freude an der Gospelmusik. Einige Wochen später erhielten sie das Übungsmaterial: eine CD und ein Songbook. Gemeinsam gesungen haben sie allerdings zum ersten Mal am Freitagabend, davor war Üben zu Hause angesagt.

Zu den ersten Takten der Musik ziehen die Gospelsänger in die Kirche ein und stellen sich auf die Bühne. Gospels und Spirituals, Ohrwürmer und Unbekanntes und ein Potpourri aus dem Musical «Jesus Christ – Superstar» lösen einander ab. Die Begeisterung der Singenden ist offensichtlich und lässt über den einen oder anderen kleinen Patzer wegsehen. «Das ist die Musik, die mir gefällt», sagt etwa Eric Vuithier aus Oberentfelden. Und nicht nur ihm: Die 600 Plätze in der Stadtkirche Aarau sind praktisch voll besetzt, das Publikum ist offensichtlich nicht weniger begeistert als die Sängerinnen und Sänger.
Solist
Der Dirigent Carol Simon und der Solosänger Malcolm Green reissen den Chor mit.

«Das Konzert ist für mich ein Highlight»
«Ich freue mich, dass die Leute diese schwarze Musik mögen», meint Malcolm Green, Sänger, Saxophonist und Solist am Konzert. «Gospel ist meine Herzmusik. Man kann sie nicht singen, wenn man vom Inhalt nicht überzeugt ist.» Während seines Auftritts verlässt er den Platz vor der Bühne, tanzt durchs Publikum, klatscht, ruft «Halleluja! Halleluja!», solange, bis Einzelne im Publikum mitrufen. «Dieses Konzert ist für mich ein Highlight,» sagt er.

«Ich war letztes Jahr so beeindruckt vom Konzert, dass ich dieses Mal auch mitmachen wollte», sagt Annette Bachmann aus Brittnau. Auch für Eliane Hübscher aus Oberentfelden war das Projekt «eine schöne Erfahrung». Wie die meisten anderen hat sie viel Zeit investiert, um die Lieder anhand der CD zu üben. Anders wäre es nicht möglich gewesen, den über einstündigen Auftritt in dieser kurzen Zeit zur Konzertreife zu bringen.

Zweite Solistin war die Aargauerin Sandra Schaad-Häfliger. Bekannt wurde sie durch verschiedene Rollen in Musicals. Nun stellte sie ihren hellen Sopran dem Gospel-Weekend zur Verfügung.
Chor

Im Zentrum steht die Lust am Mitmachen

Einen entscheidenden Anteil am Erfolg hatte Dirigent Carol Simon. Unkonventionell, aber mit viel Enthusiasmus studierte er mit dem Chor die Stücke ein. Während des Auftritts riss er den Chor mit so grossem Einsatz mit, dass ihm nach kurzer Zeit das Hemd nass am Leib klebte und bei einer heftigen Bewegung sogar seine Uhr in Brüche ging.

Simon ist sich eigentlich ein anderes musikalisches Niveau gewohnt. Er hat sein Leben lang professionell Musik gemacht und unter anderem im Hazy Osterwald Sextett gespielt. Dass er nun ein Wochenende lang mit einem Ad-hoc-Chor übt, stört ihn nicht im Geringsten. «Viel wichtiger als die Professionalität ist die Lust, mitzumachen. Es macht Spass, mit Leuten zu arbeiten, die begeistert sind von Gospel, Glaube und Kirche.»

Das Gospel-Weekend stand unter dem Motto «Singen für einen guten Zweck». Die Kollekte ging an den Eltern-Notruf, an den sich überforderte Eltern wenden können. Zugleich wollte das Projekt Menschen jeden Alters aus dem ganzen Kanton zusammenbringen, sagt Projektleiterin Olivia Slavkovsky. «Alle können dabei sein und Gemeinschaft erleben.» Schliesslich sei das Gospel-Weekend auch als Unterstützung für die Kirchenchöre und das musikalische Leben der Kirchgemeinden gedacht, die die Arrangements für sich verwenden können.

ria / T. Uhland
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Aufgeschaltet am 8. September 2014
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