Synodevorschau 6.11.13 - Reformierte Landeskirche Aargau


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Synode vom 5. Juni 2013 im Grossratssaal
Synode vom 5. Juni 2013 im Grossratssaal in Aarau
Foto: ria / F. Worbs

Vorschau auf die Synode am 6. November 2013 im Grossratssaal in Aarau

Parlamentarische Initiativen und weitere drei Jahre für Palliative Care und Begleitung

Medienmitteilung vom Montag, 28. Oktober 2013

Neben den üblichen Geschäften für die Sitzung der Herbstsynode wie dem ausgeglichenen Voranschlag 2014 und dem vierjährigen Finanzplan stehen vor allem das Projekt «Palliative Care, Bildung und Begleitung» und parlamentarische Initiativen im Fokus der Synode der Reformierten Landeskirche. Das Projekt soll nach der dreijährigen Pilotphase weitere drei Jahre von der Landeskirche geführt und finanziert werden. Eine Motion hat die «Stärkung des Pädagogischen Handelns in der Kirche» zum Ziel. Eine Interpellation fragt nach der Rechtsberatung für Asylsuchende. Das Parlament der Reformierten Landeskirche mit 150 Mitgliedern tritt am 6. November im Grossratssaal in Aarau zusammen.


Der Kirchenrat legt der Synode für das Jahr 2014 einen fast ausgeglichenen Voranschlag für die Zentralkasse der Landeskirche vor, der weiterhin einen reduzierten Zentralkassenbeitrag der Kirchgemeinden von 2,3 % vorsieht. Bei fast unveränderten Kosten von 11 414 100 Franken und Einnahmen von 11 421 100 Franken rechnet das Budget 2014 mit einem geringen Ertragsüberschuss von 7000 Franken. Der ebenfalls vorgelegte Finanzplan 2014 – 2017 zeigt allerdings auf, dass sich der reduzierte Zentralkassenbeitrag 2015 und 2016 nur mit einem Aufwandüberschuss von je ca. 500 000 Franken halten lassen wird.

Weiterentwicklung des Projekts «Palliative Care und Begleitung»
2011 bis 2013 wurde in der Pilotphase des Projekts «Palliative Care, Bildung und Begleitung» mit jährlich 120 000 Franken die landeskirchliche Ausbildung in der Begleitung sterbender und schwer kranker Menschen mit grossem Erfolg aufgebaut und zertifiziert. In diesen drei Jahren wurden insgesamt 204 Personen ausgebildet, 144 Freiwillige und 60 Fachpersonen aus Pflege, Medizin, Seelsorge und Beratung. 102 Freiwillige sind zurzeit aktiv im Begleitdienst und haben in den Jahren 2011 und 2012 in insgesamt 7000 Stunden 546 schwer kranke und sterbende Menschen begleitet. Zehn Regionalgruppen sind heute aktiv, vier weitere im Aufbau. Ab 2014 soll die Arbeit in ein dreijähriges Projekt der Reformierten Landeskirche umgewandelt werden – so der Antrag an die Synode im November.

Zum jetzigen Zeitpunkt lässt es sich noch nicht verantworten, «Palliative Care, Bildung und Begleitung» wie ursprünglich vorgesehen aus den Landeskirchlichen Diensten herauszulösen und mit einer eigenen Rechtsform und Finanzierung zu verselbstständigen. Die Verhandlungen über Partnerschaften mit dem Kanton Aargau und anderen Kirchen haben noch nicht zu der erhofften Unterstützung geführt. Nach dem Abschluss der dreijährigen Pilotphase soll das Projekt deshalb in den Jahren 2014 bis 2016 weiterhin von der Landeskirche mit maximal 120 000 Franken pro Jahr geführt werden. Spätestens an der Novembersynode 2016 beantragt der Kirchenrat weitere Schritte. Solange keine Partner für eine Beteiligung an der Trägerschaft zugesagt haben, wird Palliative Care von der Reformierten Landeskirche auf dem bisherigen, bewährten Niveau weitergeführt, aber vorläufig nicht ausgebaut.

Revisionen in der Rechtsordnung

Teilrevisionen der Landeskirchlichen Rechtssammlung SRLA betreffen die Kirchenordnung, die Dienst- und Lohnreglemente für die landeskirchlichen Mitarbeitenden, für die ordinierten Dienste und für nicht ordinierte Mitarbeitende der Kirchgemeinden. In der Kirchenordnung geht es u. a. um die zweite Vorlage der Rechtswegbestimmungen, die auf Wunsch der Synode um eine Regelung für landeskirchliche Mitarbeitende ergänzt wurden. Im Dienst- und Lohnreglement für die ordinierten Dienste (Pfarramt, Sozialdiakonie) wurden einige Bestimmungen und Anmerkungen überprüft und ergänzt. Bisher war nicht explizit festgehalten, dass die Mitgliedschaft in einer reformierten Kirche Voraussetzung für die Wahl in ein Pfarramt oder sozialdiakonisches Amt ist. Zu reden geben wird die neue Anmerkung, dass «eine Arbeitszeitkontrolle durch die Kirchenpflege oder die Anordnung von Präsenzzeiten in der Regel ausgeschlossen sind».

Interpellation und Motion
Eine von fünf Synodalen aus den Kirchgemeinden Döttingen/Klingnau, Koblenz und Zurzach eingereichte Motion hat die «Stärkung des Pädagogischen Handelns in der Kirche» zum Ziel, weil die heutigen Unterrichts- und anderen Angebote für Kinder vom Vorschulalter bis zur Konfirmation «die Tendenz zur sozialen Irrelevanz der reformierten Kirche fördern», wie die Motionäre in ihrer Begründung schreiben. Nach dem heutigen fünfteiligen PH-Konzept (Pädagogisches Handeln), das 1997 beschlossen wurde, ist nur einer der fünf Teile, die Vorbereitung auf die Konfirmation im Alter 15-16 Jahre, verpflichtend. Deshalb möchten die Motionäre die für die Zulassung zur Konfirmation verpflichtenden Teile ausbauen. Ausserdem sollen «verbindliche Lehrpläne für alle PH-Teile» entwickelt werden, «die Auskunft über Lernziele, Lerninhalte und Lernorganisation geben». Damit die Vorgaben im Unterricht richtig umgesetzt werden, verlangt die Motion «eine Qualitätssicherung der ausgebildeten Lehrpersonen nach festen Kriterien». Dies alles, so der Auftrag der Motion, erfordere eine Totalrevision des Reglements der Landeskirche über das Pädagogische Handeln. Der Kirchenrat wird an der Synode erklären, ob oder wie er die Motion entgegennehmen möchte.
Der Synodale Reto Löffel, Oberentfelden, hat eine Interpellation zur Rechtsberatungsstelle des HEKS für Asylsuchende eingereicht. Er fragt darin u.a.: Wie viele Mandate hat die Rechtsberatungsstelle im Jahr 2012 betreut? In wie vielen Verfahren sind positive Entscheide eingegangen? Welche Folgekosten sind durch negative Entscheide entstanden? Wie hat die Rechtsberatungsstelle eventuelle Anfragen von «renitenten» Asylbewerbern behandelt? Welche Möglichkeiten hat der Kirchenrat, die Tätigkeit der Rechtsberatungsstelle zu kontrollieren und wie macht er das?
Der Kirchenrat hat die das HEKS Aargau-Solothurn betreffenden Fragen diesem zur Beantwortung weitergeleitet. Die Antworten des HEKS werden den Synodalen schriftlich vorgelegt. Die den Kirchenrat betreffenden Fragen werden an der Synode mündlich beantwortet.

ria / F. Worbs
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Für weitere Auskünfte:
der Informationsbeauftragte Frank Worbs: Tel. 062 838 00 18 (079 444 97 82)



Aufgeschaltet am 28. Oktober 2013
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