3640 Unterschriften zu Datenschutz und Seelsorge 2012 - Reformierte Landeskirche Aargau


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Claudia Bandixen übergibt die Unterschriften an den CEO des Kantonsspitals Aarau Hans Leuenberger
Foto: Frank Worbs

3640 Unterschriften zu Datenschutz und Seelsorge übergeben

Am 19. April haben Kirchenratspräsidentin Claudia Bandixen und Pfarrer Lutz Fischer-Lamprecht, Co-Präsident des Aargauer Pfarrkapitels, 3640 in reformierten Kirchgemeinden gesammelte Unterschriften dem CEO des Kantonsspitals Aarau, Hans Leuenberger, übergeben. Die 3640 Kirchenmitglieder haben mit ihrer Unterschrift die Erwartung ausgedrückt, dass ihr Seelsorger oder ihre Seelsorgerin sie im Spital «unaufgefordert, ohne ausdrückliche Bejahung meinerseits und ohne zusätzliche Bürokratie besuchen kann». Pfarrerinnen und Pfarrer bekommen im Kantonsspital Aarau nur noch dann Auskunft über die Anwesenheit von Gemeindegliedern, wenn diese einem Besuch der Seelsorge ausdrücklich zugestimmt haben. Leider wird diese Frage vielen Patienten und Patientinnen in der Notaufnahme nicht gestellt. Früher erhielten die Gemeindepfarrämter auf Nachfrage Angaben über die Präsenz von Gemeindegliedern im Spital, falls diese einen Besuch nicht abgelehnt hatten.


Im Haus 22 nahmen von Seiten des Kantonsspitals ausserdem Martin Häusermann (Leiter Betrieb/ICT), Nicole Sehringer (Leiterin Stab Betrieb/ICT, zuständig für die Spitalseelsorge) und Martin Rotzler (Patienten-Ombudsstelle) an der Begegnung teil.
Claudia Bandixen betonte, dass die eigentliche Problematik der Auskunftsregelegung für die Gemeindepfarrerinnen und –pfarrer auch aus Sicht der Landeskirche nicht vom Kantonsspital Aarau verursacht worden sei und dass man die guten Gespräche mit dem Kantonsspital schätze. Die eigentliche Problematik sei durch die Veränderungen im neuen Gesundheitsgesetz entstanden, die ohne Rücksprache mit den Kirchen und gegen einen ausdrücklichen Entscheid des Grossen Rates von 2008 eingeführt worden sei.
 
Deshalb, so erklärte Bandixen, begrüsse der Kirchenrat ausdrücklich die politische Motion im Grossen Rat, welche diese stark erschwerende Veränderung im Gesundheitsgesetzt korrigieren wolle.
Um wieder zurück zu einer besseren Lage für die Mitglieder der Landeskirchen zu kommen, sei aus Sicht des Kirchenrats eine erneute Anpassung des Gesetzes notwendig.
Lutz Fischer-Lamprecht erklärte das Anliegen der Gemeindeseelsorge und bat die Leitung des Kantonsspitals, «die jahrhundertealte Tradition der aufsuchenden Seelsorge nicht durch eine unangemessene Regelung zu behindern».
Die 3640 Protestunterschriften seien ohne grosse Anstrengungen in kurzer Zeit zusammen gekommen. Viele, vor allem aktive Gemeindemitglieder hätten sich in den letzten Monaten bei den Pfarrämtern beschwert, dass sie bei einem längeren Aufenthalt im Spital nicht besucht worden seien. «Das Pfarrkapitel will mit den Unterschriften ein Zeichen setzen und dem Kantonsspital die Gewissheit geben, dass es diese Tradition der Gemeindeseelsorge gibt, das sie lebt und von den Mitgliedern der Landeskirche gewünscht wird.»
Hans Leuenberger nahm die Unterschriftenbögen entgegen und betonte, dass ihm die Seelsorge im Kantonsspital ein grosses Anliegen sei. Die Bedeutung der Seelsorge durch die Gemeindepfarrämter sei ihm aber in dieser Form nicht bewusst gewesen. Er nehme dieses deutliche Zeichen der Basis der reformierten Landeskirche ernst und werde es an die richtige Stelle, namentlich ans Departement für Soziales und Gesundheit, weiterleiten. An den gesetzlichen Voraussetzungen für die Datenweitergabe an die Gemeindeselsorge könne aber auch das Kantonsspital Aarau nichts ändern. «Wir setzen lediglich um, was das Gesetzt uns vorschreibt», ergänzte Martin Häusermann vom KSA.



Meldung verfasst von: Frank Worbs.




Aufgeschaltet am 3. Mai 2012
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