Synodevorschau 2011 - Reformierte Landeskirche Aargau


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Weitere Entscheidungen zur Zukunft des Tagungshauses Rügel

Vorschau auf die Synode am 9. November 2011

Neben dem zentralen Thema, wie es mit dem Tagungshaus Rügel weitergeht, stehen zahlreiche Sachgeschäfte auf der reich befrachteten Traktandenliste der Herbstsynode der Reformierten Landeskirche Aargau am 9. November im Grossratssaal in Aarau. Beraten werden unter anderem die Förderung der Popularmusik in der Kirche, eine Änderung des Finanzausgleichs der Kirchgemeinde und die Dokumentation der Aargauer Kirchen im Internet. Das Budget 2012 der Landeskirche sieht einen geringen Aufwandsüberschuss vor.


Medienmitteilung vom Dienstag, 1. November 2011
 
Nachdem die Synode im November 2009 dem Kirchenrat den Auftrag erteilt hatte, Partner für den zukünftigen Betrieb des Tagungshauses «in geteilter Verantwortung» zu suchen, legt der Kirchenrat nun die Ergebnisse der umfangreichen Abklärungen vor. Der Rügel soll zukünftig zwar immer noch als Tagungshaus, aber ausgerichtet auf einen Themenschwerpunkt, für den die Partnerorganisation zuständig ist, geführt werden. Er soll grundsätzlich auch weiterhin für die Öffentlichkeit und kirchliche Aktivitäten im Sinne eines «Gast-Hauses» zugänglich sein.
Eine Arbeitsgruppe hat im Auftrag des Kirchenrates von Januar 2010 bis Juli 2011 ca. 40 mögliche Partnerschaften abgeklärt und schliesslich drei mögliche Partner für den Betrieb des Tagungshauses Rügel vorgeschlagen: Stiftung «Gärtnerhaus», Meisterschwanden, Stiftung «Satis», Seon, und das Seehotel Hallwil, das bereits seit einigen Jahren den Gastronomiebereich des Rügels führt. Die drei Organisationen wurden den Synodalen an einem Informationsabend und bei einer Tour durch die drei Institutionen im September vorgestellt. Bei den drei Modellen sind Haupthaus und Jugendhaus auf dem Rügel unterschiedlich betroffen. Auch der Betrieb der landeskirchlichen Bildungsangebote wäre je nach Partner problemlos oder nur mit Einschränkungen weiterhin möglich.
Der Kirchenrat beantragt der Synode, noch keine Auswahl aus diesen drei zu treffen, sondern die Details der Zusammenarbeit, die finanziellen Aspekte und die jeweils nötigen baulichen Veränderungen ausarbeiten zu lassen. Auf der Grundlage dieser Fakten soll  der Synode im Juni 2012 der definitive Entscheid für einen der drei Partner vorlegt werden. Für die weiteren Abklärungen beantragt der Kirchenrat der Synode ein Kostendach von 80 000 Franken.

Förderung der Popularmusik in den Gemeinden, Dokumentation der Kirchen
Neben dem zentralen Thema Rügel stehen einige weitere Sachgeschäfte auf der reich befrachteten Traktandenliste der Novembersynode: Die Unterstützung von finanzschwachen Kirchgemeinden durch eine Änderung der Voraussetzungen für den Bezug von Defizit- und Baubeiträgen aus dem Finanzausgleich. Der Kirchenrat möchte die heute sehr hohe Hürde für Bezüge aus dem Finanzausgleich, ein Steuerfuss von mindestens 23%, auf 21% herabsetzen. So kämen bedeutend mehr Kirchgemeinden mit einem Aufwandüberschuss neu in den Genuss von Beiträgen. Ab 2013 wäre mit 150 000 bis 200 000 Franken pro Jahr zu rechnen. Mit zusätzlichen und vereinfachten Beiträgen aus dem Finanzausgleich würde v. a. den finanzschwachen Kirchgemeinden bedeutend wirkungsvoller geholfen, als etwa mit einer Reduktion des Zentralkassenbeitrags.

Für eine Versuchsphase von ca. drei Jahren möchte der Kirchenrat mit dem Projekt «Förderung der Popularmusik in Kirchgemeinden» die personellen Ressourcen der Kirchgemeinden für die Bereicherung der Gottesdienstkultur im Bereich moderner Musik verstärken. Bei der Schaffung von zusätzlichen Stellen für Popularmusik in den Gemeinden würde die Landeskirche einen Beitrag von 20 000 bis maximal 40 000 Franken jährlich an die Lohnkosten bezahlen. Nach Ablauf der dreijährigen Versuchsphase entscheidet dann die jeweilige Gemeinde über eine allfällige Weiterführung der Stelle in eigener Verantwortung. Das würde die Landeskirche ca. 130 000 Franken pro Jahr und in den drei Jahren insgesamt ca. 400 000 Franken kosten.

Das wertvollste Gut der reformierten Gemeinden, ihre oft historisch, architektonisch oder kunsthistorisch bedeutsamen Kirchen, soll im Internet, dort, wo die meisten Menschen heute Informationen suchen, präsentiert und dokumentiert werden. Kirchen sind das sichtbarste Zeichen der reformierten Gemeinden in der Öffentlichkeit und oft der einzige Ort, wo Menschen noch mit der Kirche in Berührung kommen, bei Feiern, stillen Besuchen oder Ausflügen.
Der Kirchenrat möchte die rund 90 reformierten Kirchen im Aargau aus der Zeit der Vorromanik bis ins späte 20. Jahrhundert im Internet übersichtlich, attraktiv, historisch sorgfältig, ihrem künstlichem Wert entsprechend aber vor allem lebendig, voller Leben, Geschichten und Traditionen vorstellen. Nur auf wenigen Websites der Kirchgemeinden werden die Kirchen bisher angemessen und mit allen nötigen Informationen gezeigt. Die Dokumentation könnte innerhalb von ca. zwei Jahren realisiert werden und würde rund 110 000 Franken kosten.

Budget 2012 mit kleinem Aufwandüberschuss
Der Kirchenrat legt der Synode für das Jahr 2012 einen fast ausgeglichenen Voranschlag für die Zentralkasse der Landeskirche mit einem geringen Aufwandüberschuss von 26 500 Franken vor. Bei budgetierten Kosten von 11 755 500 Franken rechnet der Voranschlag mit Einnahmen von 11 729 000 Franken bei einem gleich bleibenden Zentralkassenbeitrag der Kirchgemeinden in Höhe von 2,4%.
Der Kirchenrat hat zwar die vorgesehenen Ausgaben gegenüber dem Voranschlag 2011 um 1,5% gesenkt (178 200Franken). Er rechnet aber auch – trotz des unveränderten Zentralkassenbeitrags – mit einem Rückgang der Einnahmen um 2,5% in Höhe von 304 000 Franken, so dass zum ersten Mal seit Jahren kein positiver Rechnungsabschluss budgetiert werden kann.

Infolge der Gesamtrevision der Kirchenordnung sind diverse Änderungen in neun anderen Reglementen der Reformierten Landeskirche, in zwei Geschäftsordnungen und der Diasporaordnung notwendig. Die verschiedenen Änderungen werden der Synode in einem gemeinsamen Geschäft zum Beschluss vorgelegt.


Informationen zur Synode unter www.ref-ag.ch/Synode



Meldung verfasst von: ria / F. Worbs (5891 Zeichen, 807 Wörter)



Aufgeschaltet am 1. November 2011
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