Synodebericht Wettingen 2011 - Reformierte Landeskirche Aargau


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Bericht_Synode_Wettingen_8Juni2011
Synodepräsidentin Silvia Kistler nimmt den neugewählten Kirchenrat Daniel Hehl in Pflicht
Foto: F. Worbs

GPK-Präsident Daniel Hehl einstimmig in den Kirchenrat gewählt

Bericht von der Sommersynode am 8. Juni in Wettingen

Am Mittwoch, 8. Juni, haben 151 Synodale der Reformierten Landeskirche Aargau Daniel Hehl, Präsident der Geschäftsprüfungskommission, einstimmig in den Kirchenrat gewählt. Kirchenrätin Myriam Heidelberger Kaufmann wurde an der Synode feierlich verabschiedet. An der Sitzung des reformierten Parlaments im Kirchgemeindehaus Wettingen ging es neben der Jahresrechnung 2010, die einen guten Ertragsüberschuss ausweist, um den Abschluss des Projekts «Regionale Seelsorge 2011» und die Beantwortung von Postulaten und Interpellationen.


Medienmitteilung vom Mittwoch, 8. Juni 2011

Mit dem auch für eine reformierte Synode ungewöhnlichen Wahlresultat von 100% der abgegebenen Stimmen wurde der seit Januar 2011 amtierende Präsident der Geschäftsprüfungskommission, Daniel Hehl, in den Kirchenrat gewählt. Daniel Hehl ist seit 1995 Mitglied der Synode, von 2007 bis 2010 als Synodepräsident und damit den meisten Synodalen in sehr guter Erinnerung. Er gehört der Synodefraktion «Freies Christentum» an, die nun zwei Mitglieder im Kirchenrat hat und wurde von den meisten anderen Fraktionen explizit unterstützt. Daniel Hehl ist Abteilungsleiter einer mittelgrossen Firma für Elektrotechnik und Automatik in Kloten. Er wohnt mit seiner Familie mit drei Kindern in Ehrendingen.
Mehr zu diskutieren gab die von Kirchenrat Hans Rösch kommentierte Rechnung 2010 der Zentralkasse der Reformierten Landeskirche, die bei einem Aufwand von 11 537 684 Franken mit einem Ertragsüberschuss von 255 563 Franken abschliesst. Dass dieser nur ca. 9000 Franken unter dem budgetierten Ergebnis liegt, wurde von der GPK lobend vermerkt. Allerdings bemängelten in der Detailberatung Hans Peter Tschanz und Stefan Siegrist von der GPK Kostenüberschreitungen vor allem bei den Beiträgen an den Verein Benevol und beim Musikwettbewerb 2010. Der Ertragsüberschuss wird dem Eigenkapital gutgeschrieben. Ausserdem wurden die Rechnungen 2010 der Heimgärten Aarau und Brugg, des Tagungshauses Rügel und der Zeitung «reformiert.» Aargau diskussionslos bewilligt.

Abschluss des Projekts «Regionale Seelsorge 2011»
Im Eingangsvotum zum Traktandum «Regionale Seelsorge 2011» verwies GPK-Mitglied Michael Rahn auf den ersten Impuls für dieses Projekt, eine Motion der Kirchgemeinden der Dekanate Aarau und Lenzburg vom November 2000, die Seelsorge in den regionalen Krankenheimen von der Landeskirche her zu regeln. Im Blick auf den  vorgelegten Abschlussbericht des Projekts stellte er lapidar fest: «Wir sind heute ungefähr gleich weit wie damals, das Projekt ist in grossen Teilen gescheitert.» Das sei aber nicht der Projektleitung anzulasten, betonte Rahn, die brauchbare Instrumente für die Regionalisierung erarbeitet habe. Gescheitert seien die Vorschläge an den Bedenken in den beteiligten Kirchgemeinden, die sich in den zwei ausgewählten Regionen nicht zu einer Teilnahme an den Pilotprojekten entschliessen konnten.
Kirchenrätin Myriam Heidelberger Kaufmann, Dossier Seelsorge, bedauerte, nach dem vierjährigen Projekt keine funktionierende Pilotregion vorstellen zu können, wertete aber auf die von Projektleiterin Kornelia Baumberger erarbeiteten Grundlagen als wichtiges Teilergebnis. In einem möglichen Nachfolgeprojekt könnten aufgrund dieser Vorarbeiten die angestrebten regionalen Seelsorgeverbände entstehen. Unbestritten sei nach wie vor die Notwendigkeit, eine umfassende und qualitativ hochstehende Seelsorge der reformierten Kirche in möglichst allen medizinischen und sozialen Einrichtungen im Kanton Aargau sicherzustellen.
Claudia Egli-Müller, Synodale aus Rheinfelden, einer der beteiligten Kirchgemeinden, wies die Vorwürfe an die Kirchgemeinden zurück. Die finanziellen Konsequenzen der zusätzlichen Seelsorgestellen seien zu wenig klar gewesen. Zu lange wurde auch behauptet, dass nur bestehende Ressourcen anders verteilt und nicht neu geschaffen werden müssten. Nun ist es am wieder am Kirchenrat, zu überlegen, wie es mit der regionalen Seelsorge weitergehen soll.

Arbeitsprogramm, Postulate und ein Abschied

Bevor Kirchenratspräsidentin Claudia Bandixen das Arbeitsprogramm des Kirchenrates für die neue Amtsperiode vorstellte, berichtete sie anhand eines Bilderbogens über einige Schwerpunkte und Highlights der vergangenen vier Jahre. Das Arbeitsprogramm für die Amtsperiode 2011-2014 steht unter dem Titel «Kirche im Wandel der Zeit» und führt acht Schwerpunkte auf, die Claudia Bandixen kurz erläuterte: Unter dem Stichwort «Wandel in Religion und Kultur» geht es um Öffentlichkeitsarbeit, gottesdienstliches Feiern, Seelsorge und Sterbebegleitung, sowie Familien. Unter dem Stichwort «Demographische Entwicklung» geht es um die vier Punkte: Das Alter neu erfinden, Präsenz von Frauen und Männern in der Kirche, Dekanate und Regionen, sowie das Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen.
Kirchenrätin Elisabeth Känzig, Dossier Jugend und Musik, beantwortete das Postulat «Religion darf nicht nur Mädchenfach sein», das 2009 von Jürg Hochuli eingereicht wurde. Dieser ist inzwischen als Bereichsleiter Bildung und Gesellschaft der Landeskirchlichen Dienste selbst dabei, die Anregungen des Postulates umzusetzen.
Für die Evangelischen Fraktion begründete Thomas Hurni, Leutwil, die Interpellation «Anerkennung von theologischen Studiengängen», die vom Kirchenrat die verbesserte Anerkennung des Abschlusses der Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule, STH, in Basel, fordert. Die STH versteht sich gemäss eigenen Aussagen als «bibeltreue, wissenschaftliche Hochschule» und «Alternative zu den theologischen Fakultäten der staatlichen Universitäten», die «gründliche theologische Arbeit ohne Bibelkritik» betreibt.
Kirchenrat Martin Keller verwies in seiner Antwort auf das Ausbildungskonkordat der Schweizer reformierten Kirchen, bei dem auch die Aargauer Landeskirche Mitglied ist. Das Konkordat verlangt von STH-Absolventen seit Jahren unverändert mindestens vier zusätzliche Semester Theologiestudium an einer staatlichen Universität, um die Zulassung für die Pfarrerausbildung des Konkordates zu erhalten. Daran wolle sich der Kirchenrat auch weiterhin halten, erklärte Martin Keller. Der Kirchenrat wolle die Anerkennung von Studiengängen nicht kantonalisieren.
Zum Abschluss der Synode verabschiedeten Synodepräsidentin Silvia Kistler und Kirchenratspräsidentin Claudia Bandixen nach fünf Jahren Amtszeit das jüngste Kirchenratsmitglied, Myriam Heidelberger Kaufmann, die in den Kanton Bern wechselt.



ria / F. Worbs,6364 Zeichen, 832 Wörter




Aufgeschaltet am 8. Juni 2011
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