120 Jahre Frauenstimmrecht reformierte Kirchen 2011 - Reformierte Landeskirche Aargau


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Frauen in den reformierten Kirchen seit 120 Jahren stimmberechtigt

Aargauer Landeskirche führend bei Frauen im Pfarramt und in der Kirchenleitung

«Wir feiern heute 40 Jahre Stimm- und Wahlrecht der Frauen im Staat, kirchlicherseits trauern wir um die verlorenen Jahre. Wäre der Staat gleich schnell wie die reformierte Kirche gewesen, dann könnten wir heute 120 Jahre Stimm- und Wahlrecht der Frauen feiern.» Mit diesen historischen Hinweisen begründete Claudia Bandixen, Präsidentin des Kirchenrates der Reformierten Landeskirche Aargau, die Vorreiterrolle der reformierten Kirche bei den politischen Rechten der Frauen an der Jubiläumsfeier 40 Jahre Frauenstimmrecht am Montag im Grossratssaal in Aarau. Die Feier wurde der von der Aargauer Interessengemeinschaft Gleichstellung organisiert, in der Irmelin Kradolfer, Fachstelle Frauen, Männer, Gender, für die Reformierte Landeskirche mitarbeitet.


Medienmitteilung vom Montag, 7. Februar 2011

Bereits 1891 erfochten die Frauen in der reformierten Kirche Genf als erste in der Schweiz das Stimm- und Wahlrecht. 1899 folgte die reformierte Kirche im Kanton Waadt. Ab 1910 erlangten die Frauen in vielen reformierten Deutschschweizer Landeskirchen mit dem Eintrag ins Stimmregister das aktive Wahlrecht. Im Aargau dauerte es länger. Erst 1949 war es hier so weit, also vor 62 Jahren.
Die Zürcher Kirche, die bereits 1910 Frauen als Pfarrerinnen zulassen wollte, musste sich vom Bundesgericht belehren lassen, dass dies rechtlich wegen ihrer fehlenden politischen Wählbarkeit nicht möglich sei. Der reformierten Kirche wurde damals vorgeworfen, Wegbereiterin des politischen Stimm- und Wahlrechts zu sein.

Bei Frauen im Pfarramt und in der Kirchenleitung war die Reformierte Landeskirche Aargau hingegen führend: Die Aargauer Pfarrerin Sylvia Michel konnte 1964 als erste Frau in der Schweiz selbstständig – ohne einen Pfarrer an ihrer Seite – ein eigenes Pfarramt in Ammerswil führen. 1980 wurde sie zur Kirchenratspräsidentin der Aargauer Landeskirche gewählt und wurde damit zur ersten Frau in Europa an der Spitze einer Kirchenleitung. «Nur Gerechtigkeit wird der Wahrheit des Lebens stand halten,» sagt sie im Rückblick. In Dankbarkeit für ihre Pionierarbeit wird seit 2008 der «Sylvia-Michel-Preis» von Schweizer reformierten Kirchen verliehen, der Frauen weltweit zu Leitungsfunktionen in Kirchen ermutigt und auszeichnet.

In der Aargauer Landeskirche sind heute 74 von 169 Synodalen, Mitgliedern des kirchlichen Parlaments, Frauen, und 60 der 154 Pfarrstellen werden von Frauen geführt.



ria / F. Worbs, 2157 Zeichen, 306 Wörter
 




Aufgeschaltet am 7. Februar 2011
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