Vorschau Synode 2010 - Reformierte Landeskirche Aargau


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Reformierte Seelsorge als anerkannten Teil von Palliative Care etablieren

Vorschau auf die Synode am 10. November 2010
 
Am 10. November beraten die 180 Synodalen der Reformierten Landeskirche Aargau im Grossratssaal in Aarau über den zukünftigen Beitrag der Landeskirche zu «Palliative Care» im Rahmen ihrer qualitativ hochstehenden Seelsorge und der kirchlichen Ausbildung zur Sterbebegleitung und über das Reglement für den neuen Fonds zur Förderung von Massnahmen der Kirchgemeinden zum Schutz des Klimas und der Schöpfung. Neben diesen beiden wichtigen Traktanden geht es um das Budget 2011 der Landeskirche und die Schlussberatung der Gesamtrevision der Kirchenordnung. Ausserdem wird der Kirchenrat mündlich über die Zukunft des Tagungshauses Rügel und die Vermietung des Hauses der Landeskirche an der Augustin-Keller-Strasse informieren.


Medienmitteilung vom Freitag, 5. November 2010

Jährlich 120 000 Franken für Palliative Care und Sterbegleitung
Die Reformierten Landeskirche will im Rahmen des neuen «Projekt Palliative Care» mit ihrer qualitativ hochstehenden Seelsorge, zu der auch die spirituelle Begleitung schwer kranker und sterbender Menschen gehört, einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag auch im Bereich Palliative Care leisten. Dazu gehört einerseits, dass Sterbebegleitung in kirchlicher Tradition als zertifizierte Tätigkeit ausgewiesen wird, die modernen Ansprüchen an Professionalität entspricht und anerkannt ist. Andererseits soll eine Koordinationsstelle aufgebaut werden, die die ausgebildeten Freiwilligen betreut, die Nachhaltigkeit ihrer Ausbildung sichert und ihre Arbeit koordiniert. Die mit 40 Stellenprozenten dotierte Koordinationsstelle soll die Vernetzung mit anderen Dienstleistenden im Bereich Palliative Care herstellen und die Verbindung der Seelsorge in den Kirchgemeinden mit diesen Akteuren gewährleisten.
Seelsorge ist ein Kernauftrag der Kirche. Die Begleitung von Menschen in schwierigen Lebenszeiten durch die Kirchen ist eine von der Gesellschaft erwartete Leistung. Allerdings wird in jüngster Zeit die den Kirchen bis anhin fraglos zugestandene Kompetenz im seelsorgerlichen Umgang mit Kranken und Sterbenden durch neue Formen von «weltanschaulich neutraler» Begleitung nicht nur konkurrenziert, sondern teilweise sogar in Frage gestellt.
Um die gesellschaftliche Anerkennung zu sichern und den qualitativ hohen Anforderungen der medizinischen und pflegenden Institutionen gerecht zu werden, sind heute für Ausbildungen und Tätigkeiten Qualitätsnachweise durch Zertifizierungen üblich. Solchen Ansprüchen müssen auch kirchlich verantwortete Sterbebegleitungskurse genügen. Aus diesem Grund soll das bestehende landeskirchliche Angebot an Aus- und Weiterbildung in Palliative Care und Sterbebegleitung weiter entwickelt und nach gängigen Qualitätsrichtlinien zertifiziert werden.
Für die Pilotphase in den Jahren 2011 und 2012 beantragt der Kirchenrat ein Budget von jährlich 120 000 Franken. Ende 2012 erstattet der Kirchenrat Bericht über die Pilotphase, und die Synode entscheidet über die Weiterführung.
 
Reglement zum bereits beschlossenen Ökofonds
Am 10. Juni 2009 hat die Synode in Menziken beschlossen, umweltschonende und nachhaltige Massnahmen zum Schutz der Schöpfung und des Klimas in den reformierten Kirchgemeinden im Kanton Aargau zu fördern und einen entsprechenden Fonds (Ökofonds) einzurichten. Das ebenfalls vorgelegte Reglement wurde allerdings vorerst zurückgewiesen mit dem Auftrag, die Finanzierung des Fonds konkreter zu fassen und seine Ziele stärker zu fokussieren. Der Kirchenrat legt nun der Synode ein neues Fondsreglement vor, das die jährlichen Einlagen auf maximal 50 000 Franken und die Höhe des Fonds auf 300 000 Franken limitiert Im Fonds sind zurzeit 167 700 Franken und mit den geplanten Einlagen bis Ende 2011 bereits 267 000 Franken.
Die wesentlichste Änderung im neuen Reglement gegenüber 2009 betrifft die Verwendung der Gelder des Fonds. Aus dem Ökofonds sollen nicht mehr bauliche Massnahmen mit Beiträge unterstützt werden sondern vor allem indirekte Massnahmen wie: Energietechnische Gebäudeanalysen, Konzepte zur ökologisch und ökonomisch sinnvollen Energieeinsparung, Begleitung bezüglich energetischer Fragen beim Planungs- und Bauprozess, Unterstützung bei der Finanzierung der Bauten. Die aus drei Personen bestehende Fondsverwaltung führt eine Liste der anerkannten Energieberatungsstellen, um die Qualität der von der Landeskirche geförderten Energieberatungen zu sichern.
 
Budget 2011 mit Ertragsüberschuss
Der Kirchenrat legt der Synode für das Jahr 2011 einen Voranschlag für die Zentralkasse der Landeskirche mit einem Ertragsüberschuss von 114 500 Franken vor. Bei einem gleich bleibenden Zentralkassenbeitrag der Kirchgemeinden von 2,4 Prozent sieht das Budget Ausgaben in Höhe von 11 918 700 Franken und Einnahmen in Höhe von 12 033 200 Franken vor. Die Ausgaben steigen um ca. 200 000 Franken oder ca. 1,6% gegenüber dem Budget 2010. Eine generelle Lohnerhöhung ist aufgrund der sehr geringen Teuerung nicht vorgesehen.
Nachdem die Gesamtrevision der Kirchenordnung an der Synode am 28. April 2010 in Aarau in einem Tag vollständig beraten wurde, liegt der Synode nur noch der gesamtrevidierte Text der 158 Paragraphen mit einigen kleinen sprachlichen Korrekturen zur Schlussabstimmung vor.
 
Neues Dienstleistungszentrum Finanzen in Aarau
Mit dem Aufbau eines landeskirchlichen Dienstleistungszentrums für Administration und Finanzen will der Kirchenrat vor allem Kirchgemeinden aber auch kirchliche oder kirchennahe Organisationen mit eigener Rechnungsführung unterstützen. Die Dienstleistungen sollen Kirchgemeinden von der eigenen Organisation administrativer Aufgaben entlasten und eine hohe Qualität dieser Dienstleistungen auch in kleineren Kirchgemeinden sicher stellen.
Das Dienstleistungszentrum soll als Nonprofit-Organisation geführt werden, d.h. es muss keine Gewinne erwirtschaften. Es müssen lediglich die Selbstkosten gedeckt werden. Deshalb können günstige Dienstleistungen bei hoher Qualität angeboten werden. Auf die Dauer soll sich das Zentrum selbst finanzieren. Für die Anschubfinanzierung in den beiden Aufbaujahren 2012 und 2013 beantragt der Kirchenrat der Synode aber je 62'000 Franken, die aus der der gut dotierten Gemeindeausgleichskasse bezahlt werden können.
Ausserdem wird der Kirchenrat mündlich über die Zukunft des Tagungshauses Rügel, über die voraussichtlich im Juni 2011 entschieden wird, und die Vermietung des Hauses der Landeskirche an der Augustin-Keller-Strasse ab November 2011 informieren.


 
ria / F.Worbs, 6368 Zeichen, 843 Wörter
 
Alle Synodeunterlagen sind auch im Internet abrufbar unter www.ref-ag.ch im Menu „Geschichte & Organisation“ unter „Synode / aktuell“



Aufgeschaltet am 5. November 2010
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