Eröffnung Musik und Begegnung 2009 - Reformierte Landeskirche Aargau


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Halit Duran (li.) und Claudia Bandixen zünden Kerzen für die Woche der Begegnung an
Foto: Mirjam Stutz

Eröffnungsfeier der Aargauer Woche «Musik und Begegnung» mit einem Bekenntnis der Muslime für Religionsfreiheit in allen Staaten

Medienmitteilung vom Montag, 9. November 2009
 
Mit einer gut besuchten interreligiösen Feier in der reformierten Stadtkirche in Baden ist am Sonntag die Aargauer Woche «Musik und Begegnung» eröffnet worden. Angesichts der aktuellen Debatte um den Islam in der Schweiz erklärte der Präsident der Aargauer Muslime, Halit Duran, dass sie die Anwendung von Gewalt entschieden ablehnten und «für eine freie Religionsausübung – hier und im Ausland» eintreten. Vom 8. bis 15. November werden in Zusammenarbeit mit dem Verband Aargauer Muslime (VAM) sechs interreligiöse Veranstaltungen in Baden, Aarau und Wohlen durchgeführt.


Begleitet von den Trommeln der Musiker Willi Hauenstein und Kofi Donkor zogen die Akteure der Auftaktveranstaltung zur interreligiösen Woche «Musik und Begegnung» mit brennenden Kerzen in die reformierte Stadtkirche Baden ein. Nach einem muslimischen Gebetsruf des Imams und einem christlichen Lied begrüssten Stadtpfarrer Stefan Blumer und Malik Allawala mit einem gemeinsamen Versöhnungsgebet die Anwesenden. Claudia Bandixen, Kirchenratspräsidentin der Reformierten Landeskirche Aargau, betonte, dass Musik der beste Weg sei, um Religionen zu verbinden und Grenzen zu überwinden. Sie stellte den Anlass und die Begegnungswoche in den Zusammenhang des Projekts der Landeskirche «Religion in Freiheit und Würde», das sich für Verfolgte und für die Verständigung zwischen Religionen und Kulturen einsetzt.

Ziel dieses Projekts und dieser Woche sei es, dass «Christen und Muslime sich gemeinsam für Toleranz und Religionsfreiheit einsetzen». Vorurteile und Pauschalisierungen würden die Menschen verletzen. Bei diesen Begegnungen sollen Menschen wieder im Mittelpunkt stehen und dadurch Vorurteile abgebaut werden.

Klares Bekenntnis der Muslime
Aufhorchen liess die Ansprache des Präsidenten des Verbands Aargauer Muslime (VAM), Halit Duran, der die Freude des VAM über dieses Novum einer Woche der Begegnung zwischen Christen und Muslimen ausdrückte und die gute Zusammenarbeit mit der Reformierten Landeskirche würdigte. Im Blick auf die aktuelle «deutliche Verhärtung der öffentlichen Debatte» erklärte er: «Die Begegnung und der Austausch mit dem Anderen, dem aus eigener Sicht Fremden, ist nötig, um Vorurteile abzubauen. Wir dürfen uns nicht durch Ängste leiten lassen.» Und im Blick auf die Minarettverbotsinitiative betonte er in aller Deutlichkeit: «Wir möchten kein Sonderrecht für Muslime. Wir Muslime im Kanton Aargau treten uneingeschränkt für die Demokratie und den Schweizer Rechtsstaat ein. Wir lehnen die Anwendung von Gewalt entschieden ab und stehen auch für eine freie Religionsausübung ein – hier und im Ausland. Wir verurteilen die Einschränkung der Glaubensfreiheit auch in muslimischen Ländern.» Mit spontanem Applaus quittierten die Anwesenden diese deutlichen Worte.

Ein muslimisch-christlicher Chor mit Kindern und Jugendlichen aus Spreitenbach schlug musikalisch die Brücke zwischen den Religionen. Einige Jugendliche äusserten ihre Wünsche zum Zusammenleben der Menschen. Auch der abschliessende Segen wurde von den Geistlichen der verschiedenen Religionen gemeinsam erteilt. Bei dem anschliessenden Apéro übten die Gäste verbindende Begegnungen über die Grenzen der Religionen und Kulturen hinweg.

Das weitere Programm
Eine Diskussion zum Thema «Christen und Muslime in der Schweiz und die Minarett-Initiative» können am Dienstag, 10. November, um 19 Uhr, alle Aargauerinnen und Aargauer live im Radio Argovia verfolgen. Vor einem kleinen Publikum diskutieren im Studio von Radio Argovia unter der Leitung von Noel Graber (Radio Argovia): Claudia Bandixen (Kirchenratspräsidentin der Reformierten Landeskirche), Sylvia Flückiger-Bäni (Nationalrätin SVP), Halit Duran (Präsident des Vereins Aargauer Muslime) und Dr. Samuel Behloul, (Lehrbeauftragter am Religionswissenschaftlichen Seminar Luzern).

Am Mittwoch, 11. November, kommen im Kino «Royal» in Baden christliche und muslimische Frauen zu einem «Interreligiösen Frauengespräch» zusammen. Nach Kurzreferaten der Islamologin Büsra Küçükkaya, und der Theologin Dr. Ina Prätorius unterhalten sich muslimische und christliche Frauen. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr nach einem Apéro ab 18.30 Uhr.

Höhepunkt für Jüngere ist das Rap-Konzert «für Respekt und Toleranz» am Donnerstag, 12. November, um 20 Uhr in Aarau, im Club Kettenbrücke, Zollrain 18. Die Gruppe «Ammar 114» und Rapper Black Tiger bestreiten den Abend mit Musik und engagierten Texten. Der Eintritt ist frei.

Die Woche schliesst am Sonntag, 15. November, mit einer interreligiösen Feier in der Moschee in Wohlen, Rigackerstrasse 25, um 17 Uhr, mit Sennur Aydin, Vizepräsident der Moschee Wohlen.



Meldung verfasst von: ria / Frank Worbs.



Aufgeschaltet am 9. November 2009
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