Synodebericht kurz 2009 - Reformierte Landeskirche Aargau


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Synodepräsident Daniel Hehl nimmt drei neue Synodemitglieder in Pflicht
Foto: Frank Worbs

Reformierte Landeskirche geht auf Partnersuche für das Tagungshaus Rügel - KURZ

Medienbericht von der Synode am 11. November 2009 – KURZE Version
 
Am Mittwoch hat die Synode, das Parlament der Reformierten Landeskirche Aargau nach jahrelangen Diskussionen überraschend einmütig einen ersten klaren Entscheid zur Zukunft ihres Tagungshauses Rügel bei Seengen getroffen: Der Kirchenrat soll Partner suchen und vorschlagen, mit denen es «in geteilter Verantwortung» mit einem neuen Themenschwerpunkt betrieben werden kann. Zuvor verabschiedeten die 151 Synodalen im Grossratssaal in Aarau die Präambel zur neuen Kirchenordnung und das Budget 2010 der Landeskirche. Ausserdem stimmten sie der Weiterführung der ökumenischen Fachstelle an der Fachhochschule Nordwestschweiz und der Stiftungsprofessur in Basel zu.


Der Kirchenrat legte der Synode drei Modelle zur Beratung vor: Betrieb wie bisher in alleiniger oder neu in «geteilter Verantwortung» oder Veräusserung des «Rügels». Nach überraschend kurzer Diskussion stimmte die Synode mit wenigen Gegenstimmen dem vom Kirchenrat empfohlenen, zweiten Modell, «geteilte Verantwortung», zu. Damit beauftragte sie den Kirchenrat, bis Mitte 2011 für das Tagungshaus Rügel mögliche Partner zu suchen und zwei bis drei ausgearbeitete Partnerschaftskonzepte der Synode vorzulegen.
Keine Chance hatte dagegen ein Antrag von Walter Landolt, Niederlenz, der diesen Auftrag dahingehend ergänzen wollte, dass «zusätzlich ein gleichwertiges Modell zum Betrieb in Alleinverantwortung auszuarbeiten und der Synode zum Entscheid vorzulegen» sei. Hans-Peter Tschanz, Oberrohrdorf, bemerkte dazu, dass wer einen suche, sich nicht gleichzeitig vorbehalten könne, allein zu bleiben.
Beim neuen Modell «geteilte Verantwortung» wird der Rügel zukünftig als Tagungshaus mit einem speziellen Themenschwerpunkt wie «Jugendarbeit» oder «Kirche und Wirtschaft» betrieben, der aus der Zusammenarbeit mit einer Partnerorganisation resultiert. Dabei soll der Rügel auch weiterhin für die Öffentlichkeit und kirchliche Aktivitäten im Sinne eines «Gast-Hauses» zugänglich bleiben. Mit drei Organisationen ist die Landeskirche bereits unverbindlich im Gespräch, sechs weitere sind zu Gesprächen bereit.
Die Variante Verkauf oder Verpachtung hat sich in der Evaluation als schwächste Variante erwiesen und wurde in der Diskussion nicht verfolgt. Wenn keine Partnerschaft realisiert werden kann, soll das Geschäft spätestens im Frühjahr 2012 mit allen Optionen noch einmal vor die Synode kommen.

Die Grundlagen der reformierten Kirche in der Kirchenordnung
Die neue Kirchenordnung bekommt im Gegensatz zur alten eine Präambel, eine Einleitung, die mit kurzen, prägnanten Sätzen die Grundlagen der Reformierten Landeskirche Aargau beschreibt. Die von der Synode ohne Änderungen verabschiedete Präambel beginnt mit den Worten: «Das ist der tragende Grund unserer Kirche: Die allumfassende Liebe Gottes, wie sie sich in Jesus Christus offenbart. Und der Glaube an den dreieinigen Gott. Der tragende Grund der Reformierten Landeskirche Aargau.»

Kirchenratspräsidentin Claudia Bandixen plädierte in ihrem Eingangsvotum für eine möglichst einheitliche sprachliche Form der Präambel: « Die Präambel ist inhaltlich zentral, ohne dass sie den ganzen Reichtum unseres christlichen Glaubens aufnehmen kann und will. Sie ist bewusst in einer anderen Sprache abgefasst, als die karge und juristisch eindeutige Sprache der übrigen Kirchenordnung.» In der Diskussion brachten die Synodalen Thomas Hurni, Martin Richner und Susanne Ziegler zusätzliche Inhalte und Formulierungen ein, die den Bezug auf die Heilige Schrift, die Bedeutung des Evangeliums oder die Ökumene bzw. die «sichtbare Einheit der Kirche» (Richner) stärker betonen wollten. Die drei alternativen Versionen der Präambel fanden aber keine Mehrheit im Vergleich zum kirchenrätlichen Entwurf, der schliesslich mit nur einer Gegenstimme verabschiedet wurde.

Budget 2010 mit Ertragsüberschuss und weitere Geschäfte
Das Budget 2010 der Zentralkasse der Landeskirche mit einem vorgesehenen Ertragsüberschuss von 264 200 Franken aussergewöhnlich und vermutlich einmalig hoher Erträge wurde nach zusätzlichen Erläuterungen des Kirchenrates zu einzelnen Posten einstimmig angenommen. Es sieht Ausgaben in Höhe von 11 447 100 Franken und Einnahmen in Höhe von 11 711 300 Franken vor.
Einstimmig beschloss die Synode die Weiterführung der ökumenischen Fachstelle «Religion Technik Wirtschaft» auf dem Campus Brugg-Windisch der Fachhochschule Nordwestschweiz bis Juli 2013 mit einem Stellenpensum von 60%. Die beiden Landeskirchen tragen die Kosten von 140 000 Franken pro Jahr je zur Hälfte. Ausserdem wird die Stiftungsprofessur für Mission, Ökumene und interkulturelle Gegenwartsfragen an der Theologischen Fakultät der Universität Basel im Umfang von 100% bis 2015 weiterhin mit einem jährlichen Beitrag von höchstens 48 000 Franken unterstützt.


Schliesslich wurden noch Roland Frauchiger, Thalheim, in die Verwaltungskommission der Pensionskasse der Landeskirche und Daniel Hess, Auenstein, in die Geschäftsprüfungskommission der Synode gewählt. In die Herausgeberkommission der Zeitung «reformiert.» wurden Ruth Imhof und Ueli Kindlimann gewählt.



Meldung verfasst von: ria / F. Worbs.






Aufgeschaltet am 11. November 2009
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