Meldung Kirchenrat ao 2009 - Reformierte Landeskirche Aargau


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Glockenläuten

Kirchenrat lehnt Glockenläuten für politische Ziele ab


Die drei kirchlichen Hilfswerke HEKS, Brot für alle und mission 21 haben im August 09 einen Brief an die Kirchgemeinden geschickt, mit dem sie zum Läuten der Kirchenglocken am 13. Dezember 09 auffordern – als «Zeichen der Unterstützung der Kirchen für die UN-Klimakonferenz von Kopenhagen». Der Kirchenrat bedauert, dass dieser Brief ohne Information oder Absprachen mit den Kirchenleitungen versandt wurde. Die Entscheidung über die Verwendung des Glockengeläutes liegt für örtliche Belange in der Kompetenz der Kirchenpflegen. Für nationale Aktionen kann der kantonale Kirchenrat die entsprechenden Empfehlungen beschliessen.

Im Interesse einer sinnvollen und koordinierten Öffentlichkeitsarbeit der Kirchen und Gemeinden muss darauf hingewiesen werden, dass die Glocken eines der ältesten und stärksten Kommunikationsmittel der Kirchen sind. Es sollte für nationale Aktionen mit grosser Zurückhaltung und koordiniert eingesetzt werden, damit es seine Kraft und Bedeutung nicht verliert. Ausserdem reagieren nicht alle unfreiwilligen Hörerinnen und Hörer positiv darauf.

Deshalb sollten die Kirchenglocken grundsätzlich neben den traditionellen ausschliesslich für gottesdienstliche Anlässe gebraucht werden, die der Bevölkerung bekannt und vertraut sind. Wenn Glocken ausnahmsweise zu einem anderen Zweck geläutet werden, dann muss zumindest die grosse Mehrheit der Hörerinnen und Hörer auch wissen, warum sie jetzt das Glockengeläute hören. Das ist nur bei grossen nationalen oder internationalen Ereignissen wie Katastrophen (Tsunami 2004) oder Trauerfällen (Attentat von Zug) möglich, die bereits intensiv in den Medien vorkommen. Bei speziellen Anlässen wie am 13. Dezember haben die kirchlichen Hilfswerke gar nicht die kommunikativen Möglichkeiten, die Botschaft dieses Läutens in der Mehrheit der Bevölkerung zu verankern.

Der Kirchenrat der Reformierten Landeskirche Aargau lehnt es aus diesen Gründen ab, für politische Anliegen wie im vorliegenden Fall die Glocken läuten zu lassen.



Meldung verfasst von: Informationsdienst.




Aufgeschaltet am 13. November 2009
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