Projekt Religionen in Freiheit und Würde 2009 - Reformierte Landeskirche Aargau


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«Religion in Freiheit und Würde» - ein Projekt der reformierten Kirchen zur Stärkung der religiösen Toleranz und zur Unterstützung von verfolgten Christen

Medienmitteilung vom Montag, 24. August 2009

Weltweit werden schätzungsweise 200 Millionen Christen und Christinnen wegen ihres Glaubens diskriminiert. Das Thema der «verfolgten Christen» bewegt, berührt und verunsichert viele Menschen auch in der Schweiz. Mehrere Schweizer reformierte Lan-deskirchen und mission 21, evangelisches missionswerk Basel, haben gemeinsam das Projekt «Religion in Freiheit und Würde» entwickelt, das im Oktober 2009 startet. Die reformierten Kirchen der Kantone Aargau und Solothurn und mission 21 haben am Montag in Aarau das auf mehrere Jahre angelegte Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt.


«Noch nie in der Geschichte sind derart viele Christen und Christinnen verfolgt worden wie heute,» sagte die Präsidentin der Reformierten Landeskirche Aargau, Pfarrerin Claudia Bandi-xen, an der Medienpräsentation und stellte klare Forderungen auf: «Als Kirchen wünschen wir, dass die Würde des einzelnen und die Würde von religiösen Gemeinschaften anerkannt wird und zwar im Sinne der Menschenrechtskonventionen. Dazu gehört die freie Ausübung der Religion und, dass wir weder unsere eigenen, noch die Rechte der Andersgläubigen beschneiden lassen.» Im Blick auf die Diskussion über den Bau von Minaretten in der Schweiz betonte Bandixen auch «die Rechte anderer Religionsangehöriger, die Zeichen ihrer Religiosität sichtbar set-zen zu dürfen. Muslime sollen ihre Religiosität auch mit einem Minarett ausdrücken dürfen.»
Vom Schweizer Staat fordert sie, «dass unsere Regierung im Iran, in Eritrea und in (Nord-) Nigeria ein entschiedenes Nein zur direkten Verfolgung sagt und einer bestimmten Anzahl Christen und Christinnen, die wegen ihres Glaubens um ihr Leben fürchten müssen, Schutz in der Schweiz bietet.»

100 Kirchgemeinden engagieren sich
Verena Enzler, Präsidentin der Evangelisch-Reformierten Kirche Kanton Solothurn, erläuterte die Zielsetzungen und den Charakter des Projekts: «Christliche Partnerkirchen in Risikogebieten sollen gestärkt und ermutigt werden. Dafür braucht mission 21 die konkrete Hilfe der Kirchgemeinden. Für die Neuentwicklung von Friedensprojekten sind zusätzliche Gelder notwendig. Ziel ist es, dass 100 Kirchgemeinden sich während zwei Jahren mit jährlich 1'000 Franken für den Frieden zwischen den Religionen und für die Hilfe für Verfolgte einsetzen.» Die Friedensprojekte sollen die Versöhnung zwischen den verschiedenen religiösen Gemeinschaften fördern, Spannungen abbauen und dazu helfen, ein friedliches und respektvolles Zusammenleben einzuüben.

Neben der finanziellen Verpflichtung sollen sich die Kirchgemeinden aber auch «differenziert und engagiert mit dem Thema Christenverfolgung auseinandersetzen, zum Beispiel im Gottesdienst, durch Solidaritätsbezeugungen, mit Ausstellungen und Diskussionsveranstaltungen, Vorträgen, Gebetsaufrufen.» Mission 21 stellt die entsprechenden Materialien und Ressourcen dafür zur Verfügung, im Internet auf www.mission-21.org. Zum Einstieg in das Projekt findet am 24. Oktober in Lenzburg eine interkantonale Tagung für Kirchgemeinden statt mit dem Thema «Was tun, wenn Menschen wegen Ihres Glaubens diskriminiert werden?».

«Der Fokus des Projekts liegt dabei auf friedens- und vertrauensfördernder Arbeit und nicht auf Hetze gegen verfolgende Ethnien oder Glaubensangehörige,» betonte Enzler. Das Projekt «Religion in Freiheit und Würde» achte bei der Auseinandersetzung mit dem Thema religiöse Verfolgung darauf, dass es nicht für politische oder ideologische Interessen missbraucht werde. Es knüpft an die laufende Dekade 2001–2010 des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) zur Überwindung von Gewalt an.

Missionsplädoyer für Dialog
Pfarrerin Magdalena Zimmermann, Leitungsmitglied von mission 21 erklärte die differenzierte Betrachtungsweise religiöser Konflikte, von der mission 21 und dieses Projekt ausgehen: «Häufig stehen im Hintergrund «religiös» etikettierter Konflikte ethnische Spannungen oder Auseinandersetzungen um wirtschaftliche Macht und Zugang zu natürlichen Ressourcen. Religion oder die Zugehörigkeit zu einer religiösen Gemeinschaft werden dazu missbraucht, um Konflikte zu schüren und eigene Interessen zu verfolgen.» Dies gelte es auch bei Verfolgungssituationen, sorgfältig zu analysieren. Zimmermann ging auch auf die Frage ein, ob nicht die christliche Mission selbst dazu beigetragen habe, dass sich religiöse Konflikte erst entzünden konnten. Anhand von Beispielen zeigte sie auf, wo dies tatsächlich der Fall gewesen sei, wie in Zentralsulawesi, aber auch wo sich Mitarbeitende der Mission für mehr religiöse Toleranz und die Überwindung von ethnischen Spannungen eingesetzt hätten, wie in Kamerun. Um solche negativen Folgen von missionarischen Einsätzen zu verhindern, gelten die Empfehlungen der Policy von mission 21 wie: «Die Partnerkirchen sollen ermutigt und gestärkt werden, das Evangelium mit seiner Kernbotschaft der Nächsten- und Feindesliebe kontextgemäss in Wort und Tat zu bezeugen sowie den Gläubigen anderer Religionen und Konfessionen mit Achtung und Respekt zu begegnen.» Ausserdem stände in Risikogebieten wie Indonesien, Nigeria oder Sudan «das friedliche Zusammenleben der Religionen und die Befähigung zum muslimisch-christlichen Dialog im Fokus des Engagements».


Weitere Informationen zu den Ländern und Projekten von mission 21auf:
www.mission-21.org/Nigeria und www.mission-21.org/Indonesien



Meldung verfasst von: Informationsdienst.




Aufgeschaltet am 24. August 2009
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