Synodebericht kurz 2009 - Reformierte Landeskirche Aargau


Stritengässli 10 · Postfach · 5001 Aarau · Telefon 062 838 00 10 · www.ref-ag.ch · ag@ref.ch


Startseite Kontakt Login Sitemap ___________________

MM_Synodebericht_10Juni_kurz_2009

Bericht von der Sommersynode der Reformierten Landeskirche Aargau in Menziken – KURZE Version

Klares Ja zum neuen Haus der Landeskirche und «Ja, aber» zum Ökofonds

Trotz intensiver Auseinandersetzungen im Vorfeld bewilligte die Synode der Reformierten Landeskirche Aargau am Mittwoch nahezu einstimmig, dass die Landeskirchlichen Dienste ihr neues Domizil im Büroneubau der Pensionskasse in Aarau beziehen dürfen. 149 Synodale stimmten ausserdem einem neuen Ökofonds für die umweltbewusste Sanierung kirchlicher Gebäude zu, wiesen aber das vorgelegte Reglement zur Überarbeitung an den Kirchenrat zurück. Die Rechnung 2008, neue Lohntabellen für nicht ordinierte kirchliche Mitarbeitende und verschiedene Motionsbeantwortungen des Kirchenrates passierten dafür fast einstimmig.


Medienmitteilung vom Mittwoch, 10. Juni 2009
 
Nachdem an der ausserordentlichen Synode am 27. Mai in Aarau zwei Stunden lang über den von der Pensionskasse der Landeskirche finanzierten Büroneubau am Stritengässli in Aarau und die Frage gestritten wurde, ob die Landeskirchlichen Dienste dort ihr neues Domizil beziehen dürften, gab es am Mittwoch nur noch zwei Wortmeldungen. Beide Votanten, Hans-Peter Tschanz und Paul Klee, beschrieben ihre Wandlung «vom Saulus zum Paulus», so Klee, wie sie von Kritikern des Vorhabens durch den Informationsabend des Kirchenrates, die Unterlagen und die Aussprache am 27. Mai nun zu Befürwortern des Projektes wurden. Nachdem vom Kirchenrat Claudia Bandixen und Hans Rösch noch einmal die Aufgaben der Landeskirchlichen Dienste und die Vorteile des vorliegenden Projektes skizziert hatten, gab es in der mit Spannung erwarteten Abstimmung nur noch zwei Gegenstimmen gegen die zustimmende Kenntnisnahme vom Bauprojekt. Die übrigen Anträge, Bewilligung der Mehrausgaben für die Miete im Neubau bis zu einem Kostendach von 125 000 Franken pro Jahr sowie die Kosten für Innenausbau und Mobiliar von höchstens 1 450 000 Franken wurden sogar ohne weitere Diskussion einstimmig bewilligt.

Ökofonds ja – aber das Reglement muss in eine zweite Runde
Schwieriger hatte es dann das zweite finanziell bedeutsame Geschäft, die geplante Einrichtung eines «Ökofonds» bis zu einer Höhe von einer Million Franken «zur finanziellen Förderung von Massnahmen der Reformierten Kirchgemeinden im Aargau zur rationellen Energieanwendung, zur Nutzung erneuerbarer Energien und zum Klimaschutz».
Kirchenrätin Myriam Heidelberger-Kaufmann konnte zwar mit ihrem Plädoyer für eine glaubwürdige Kirche, die es «nicht nur gut meinen sondern auch gut handeln» müsse, die Synode davon überzeugen, den Ökofonds grundsätzlich zu bewilligen. In der anschliessenden Detailberatung wurde dann aber das Fondsreglement zur Überarbeitung an den Kirchenrat zurückzuweisen, weil nicht genau klar war, mit welchen Beträgen der Fonds jährlich geäufnet werden sollte und was genau wie unterstützt werden sollte. Immerhin hat die Synode mit dem Grundsatzentscheid ein Signal gesetzt: Mit ca. 330 Immobilien eine der grössten Immobilienbesitzerinnen im Kanton Aargau wird Reformierte Landeskirche mit ihren 75 Kirchgemeinden ihre ökologische Verantwortung in Zukunft stärker wahrnehmen. Weniger das Geld als vielmehr die genaue Handhabung der Beiträge muss aber noch einmal diskutiert werden.

Einsatz für verfolgte Christinnen und Christen ohne ideologische Verbrämung
In eine ganz andere Richtung ging die Motion zur Situation von diskriminierten und verfolgten Christinnen und Christen in aller Welt, die 2006 von der Evangelischen Fraktion eingereicht worden war. Der Kirchenrat antwortete auf die Frage, was die Aargauer Landeskirche zur Unterstützung von verfolgten Christinnen und Christen tun kann, mit einem Paket von Aktivitäten: Unter dem Titel «Religion in Freiheit und Würde» sollen Pilotprojekte für ein friedliches Zusammenleben verschiedener Religionen in Konfliktregionen entwickelt und finanziell und ideell von mindestens 100 Kirchgemeinden in der ganzen Schweiz unterstützt werden. Die Aktion wird im August 09 offiziell vorgestellt. Im Rahmen einer interreligiösen Kulturwoche von Christen und Muslimen vom 8. bis 15. November 09 sollen verschiedene Angebote in Aarau und Baden für Toleranz und Religionsfreiheit werben. Auch die im Menziker Kirchgemeindehaus den Synodalen gezeigte Installation «Calvin und der Weg zu religiöser Toleranz» nimmt dieses Thema im Rahmen des 500. Geburtstags des Genfer Reformators Johannes Calvin auf.

Finanzen und Mindestlöhne
Die Rechnungen der Zentralkasse der Landeskirche und der verschiedenen Institutionen Tagungshaus Rügel, Heimgärten in Aarau und Brugg und Zeitung «reformiert.» wurden nach kurzer Beratung einstimmig genehmigt. Die Zentralkasse schloss die Rechnung 2008 bei Gesamtausgaben von 11 154 733 Franken mit einem Ertragsüberschuss von 58 445 Franken ab. Der Ertragsüberschuss wird dem Eigenkapital zugeschrieben.
Erwartungsgemäss vielfältig und detailreich waren die Diskussionen über die verschiedenen Lohntabellen, die als Anhang zum im November 08 beschlossenen Dienst- und Lohnreglement für nicht ordinierte Mitarbeitende in den Kirchgemeinden zu beschliessen waren. Die neuen Lohntabellen für Kirchenmusiker und -musikerinnen, Katechetinnen und Katecheten sowie weitere Mitarbeitende wie Sekretärinnen, Hauswarte oder Siegristinnen passierten schliesslich mit nur einer kleinen Änderung fast einstimmig.



Meldung verfasst von: ria / Frank Worbs.



Aufgeschaltet am 11. Juni 2009
zurück...