Männer in der Kirche 2009 - Reformierte Landeskirche Aargau


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Männer in der Reformierten Kirche – oft vermisst, doch es sind mehr, als man denkt

Medienmitteilung vom Donnerstag, 8. Januar 2009
 
Eine Studie der Reformierten Landeskirche zum Engagement von Männern in den Aargauer Kirchgemeinden bringt überraschende Einsichten.


Auch gut beworbene kirchliche Anlässe für Männer haben es in den letzten Jahren schwer in der reformierten Kirche. Mit einer Umfrage in den 75 Kirchgemeinden wollte die Reformierte Landeskirche Aargau herausfinden, wo sie sind, die oft vermissten Männer in der Kirche. Die im Sommer 2008 durchgeführte Studie brachte einige überraschende Ergebnisse.

Untersucht wurde, in welchen Bereichen kirchlicher Tätigkeit Männer vorzugsweise anzutreffen sind und für welche Themen sie sich interessieren. Und schliesslich wurden konkrete Angebote und Gefässe für oder von Männern in den Kirchgemeinden erfasst und ausgewertet.

Um es vorwegzunehmen: Es gibt sie, die Männer in der Kirche. Männer finden sich praktisch ausnahmslos in den Führungsstrukturen und in organisatorischen Aufgaben. Dazu gehören knapp 200 Männer unter den insgesamt 476 Kirchenpflegemitgliedern (Anteil: 41%) und die Hälfte der Synodalen, ca. 90 Kirchenparlamentarier. Männer trifft man vor allem dort an, wo projektbezogen gearbeitet wird und in der Jugendarbeit. Sie engagieren sich, wo planerische und handwerkliche Fähigkeiten gefragt sind und wo das Engagement zeitlich begrenzt ist. Sie interessieren sich für Familien- und Beziehungsfragen, für berufsbezogene Themen und Politik.

Gefühlsbetonte Themen sind offenkundig nicht so sehr Männersache: In Besuchsdiensten, in der Seelsorge, bei der Arbeit mit Kindern oder beim Mithelfen beim Kirchenkaffee sind Männer weit weniger im Gemeindeleben präsent. Auch mit spirituellen Fragen, Glaubensthemen, Gefühlslagen oder Umweltfragen scheinen sich Männer zumindest nicht in auffallendem Masse in der Kirche auseinanderzusetzen.
Eine wirkliche Entdeckung ist aber die Vielfalt der spezifischen Angebote für und von Männern in den reformierten Kirchgemeinden. Ein gutes Drittel der Gemeinden gibt an, dass sich an ihren 32 speziellen Angeboten insgesamt ca. 600 Männer mehr oder weniger regelmässig beteiligen. Dazu gehören die verschiedenen kirchlichen Männergruppen, die sich alle ein bis drei Monate treffen, wie Männerstammtisch, Männerpalaver, Männer-Hauskreis, Vater-Kind-Angebote oder auch ein «Medienclub» in Muhen. Intensiver werden die Begegnungen bei Gebetsgruppen von Männern, Vater-Kind-Wochenenden und –lagern z.B. in Mandach oder Aarau, einem Männer-Gospelchor in Spreitenbach oder an Männerwochenenden in Oftringen.

Dazu kommen offenere aber ebenfalls regelmässige Angebote wie Männer-Apéros oder zum Beispiel der «Männerstamm» in Seon, der sich seit 20 Jahren grosser Beliebtheit erfreut. Ulrich Kägi und Peter Bälli laden jeden Monat Männer im dritten Lebensalter zu Anlässen mit einem breiten Themenspektrum ein: Kulturelle Aktivitäten, Industrieführungen, Ausflüge in spezielle Regionen oder Diskussionen zu aktuellen Themen mit hochrangigen Referenten gehen einher mit guter Gesellschaft und anregenden Gesprächen. Um die hundert Männer aus allen Konfessionen und auch aus anderen Religionen und Weltanschauungen nehmen regelmässig daran teil. Der nächste «Seener Männerstamm» findet am Dienstag, 13. Januar, im reformierten Kirchgemeindehaus Seon statt.

Christoph Zingg, Bereichsleiter Bildung und Gesellschaft, und Irmelin Kradolfer, Fachstelle Frauen, Männer, Gender, haben den Auftrag, zusammen mit Kirchenrat Pfr. Martin Keller den Bereich Männerarbeit in den reformierten Kirchgemeinden zu fördern und weiterentwickeln.

Der nächste «Seener Männerstamm» findet am Dienstag, 13. Januar, 14 Uhr, im reformierten Kirchgemeindehaus Seon statt mit Vortrag und Vorstellung des Jahresprogramms 2009, anschliessend Vesper.



Meldung verfasst von: ria / Irmelin Kradolfer, Christoph Zingg, Frank Worbs.



Aufgeschaltet am 8. Januar 2009
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