Männer in der ref. Kirche 2008 - Reformierte Landeskirche Aargau


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Männer in der Reformierten Kirche – oft vermisst und doch mehr, als man denkt

Meldung aus dem Newsletter der Ref. Landeskirche Nr. 10 / 2008
 
Eine Studie der Reformierten Landeskirche zum Engagement von Männern in den Aargauer Kirchgemeinden bringt überraschende Einsichten.


Auch gut beworbene kirchliche Anlässe für Männer habe es in den letzten Jahren schwer in der reformierten Kirche. Mit einer Umfrage in ihren 75 Kirchgemeinden wollte die Reformierte Landeskirche Aargau herausfinden, wo sie sind, die oft vermissten Männer in der Kirche. Die im Sommer 2008 durchgeführte Studie brachte einige überraschende Ergebnisse. Untersucht wurde, in welchen Bereichen kirchlicher Tätigkeit Männer vorzugsweise anzutreffen sind und für welche Themen sie sich interessieren. Und schliesslich wurden konkrete Angebote und Gefässe für oder von Männern in den Kirchgemeinden erfasst und ausgewertet.

Um es vorwegzunehmen: Es gibt sie, die Männer in der Kirche. Männer finden sich praktisch ausnahmslos in den Führungsstrukturen und in organisatorischen Aufgaben. Dazu gehören knapp 200 Männer unter den insgesamt 476 Kirchenpflegemitgliedern (Anteil: 41%) und die Hälfte der Synodalen, ca. 90 Kirchenparlamentarier. Männer trifft man vor allem dort an, wo projektbezogen gearbeitet wird und in der Jugendarbeit. Sie engagieren sich, wo planerische und handwerkliche Fähigkeiten gefragt sind und wo das Engagement zeitlich begrenzt ist. Sie interessieren sich für Familien- und Beziehungsfragen, für berufsbezogene Themen und Politik und engagieren sich häufig für einmalige oder wiederkehrende Ereignisse.

Gefühlsbetonte Themen sind offenkundig nicht so sehr Männersache: In Besuchsdiensten, in der Seelsorge, bei der Arbeit mit Kindern oder beim Mithelfen beim Kirchenkaffee sind Männer weit weniger im Gemeindeleben präsent. Auch mit spirituellen Fragen, Glaubensthemen, Gefühlslagen oder Umweltfragen scheinen sich Männer zumindest nicht in der Kirche auseinanderzusetzen.

Eine wirkliche Entdeckung ist aber die Vielfalt der spezifischen Angebote für und von Männern in den reformierten Kirchgemeinden. Ein gutes Drittel der Gemeinden gibt an, dass sich an ihren 32 speziellen Angeboten insgesamt ca. 600 Männer mehr oder weniger regelmässig beteiligen. Dazu gehören die verschiedenen kirchlichen Männergruppen, die sich alle ein bis drei Monate treffen, wie Männerstammtisch, Männerpalaver, Männer-Hauskreis, Vater-Kind-Angebote oder auch ein «Medienclub» in Muhen. Intensiver werden die Begegnungen bei Gebetsgruppen von Männern, Vater-Kind-Wochenenden und –lagern z.B. in Mandach oder Aarau, einem Männer-Gospelchor in Spreitenbach oder an Männerwochenenden in Oftringen.

Dazu kommen offenere aber ebenfalls regelmässige Angebote wie Männer-Apéros oder ein Senioren-Männer-Stamm mit hundert Teilnehmern in Seon. Etliche dieser Gefässe haben im Laufe der Zeit einen überregionalen Charakter bekommen und werden über die Gemeindegrenzen hinweg geschätzt und besucht.

Christoph Zingg, Bereichsleiter Bildung und Gesellschaft, und Irmelin Kradolfer, Fachstelle Frauen, Männer, Gender, haben den Auftrag, zusammen mit Kirchenrat Pfr. Martin Keller den Bereich Männerarbeit in den reformierten Kirchgemeinden zu fördern und weiterentwickeln.



Meldung verfasst von: Frank Worbs.



Aufgeschaltet am 23. Dezember 2008
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