Bericht Tag der Kranken 2008 - Reformierte Landeskirche Aargau


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Ein Gottesdienst der an die Nieren ging

Bericht vom ökumenischen Gottesdienst zum Tag der Kranken
 
"Wenn das Leiden ständiger Begleiter ist", lautete das Thema zum diesjährigen Tag der Kranken am 2. März. Der ökumenische Gottesdienst im Kantonsspital Aarau nahm es auf berührende Weise auf.


"Du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleib." Das Psalmwort diente als Ausgangspunkt der Feier, die von Pfr. Hans-Ulrich Simmen, Diakon Martin Rotzler, dem Trompeter Markus Brunner, der Organistin Verena Pfenninger und einem Team der Dialyse-Abteilung des Kantonsspitals vorbereitet und eindrücklich gestaltet wurde. Den Menschen mit schweren Nierenleiden galt die besondere Aufmerksamkeit. Oft über Jahre hinweg verbringen sie dreimal die Woche vier Stunden auf der Dialyse für die künstliche Blutwäsche, weil die Nieren chronisch versagen.

Die Mitarbeitenden des Dialyse-Teams äusserten ihre Gedanken zu Psalm 42, in dem die Seele mit einem Hirsch verglichen wird, der nach frischem Wasser dürstet. Wie der Psalmist leben die Dialyse-Patienten in der Spannung zwischen Tränen und Hoffnung. Da war etwa von den Krankheitsphasen eines jungen Mannes die Rede, von seinem Bangen, als Medikamente und Diät nicht mehr ausreichten, von seiner Bauchfelldialyse zu Hause, von der Organspende seiner Mutter und seinem Gefühl neu geboren zu sein, von seinem Gang durch die Hölle, als die transplantierte Niere versagte, von der Unterstützung durch die Familie, von der neuen Transplantation, von seinem Glück auf Reisen und in der Musik.

Das Dialyse-Team, so ein Teammitglied, sei nicht nur Fachpersonal, es begleite und unterstütze die Kranken auch und erhalte seinerseits Kraft von ihnen. Bei allem Leid: Es wird oft gelacht. Vor einem guten Jahr, erzählte eine Mitarbeiterin, habe eine Patientin sterben wollen. Nur den nächsten Frühling möchte sie noch erleben. "Und jetzt sind Sie immer noch da", habe sie letzten Herbst zur Kranken gesagt.
Die Kurzpredigt widmete Pfr. Simmen den Seligpreisungen. "Die Seligpreisungen sind die Türen, die sich aus unserer Welt der Leiden zum Himmel hin öffnen", bekräftigte er. Zu glauben, das Leiden verschwinde aus dem Leben, sei unrealistisch, aber es verliere die Macht, könne das Leben nicht mehr bestimmen, wenn Gott mit seinem Leben unser Leben berühre.

In der Fürbitte gedachten Diakon Martin Rotzler und das Dialyse-Team der Kranken, ihrer Angehörigen, der Pflegenden und jedes Einzelnen.

Die Tradition des gemeinsamen Feierns wird fortgeführt. Mit welchem Team die beiden Spitalseelsorger den Gottesdienst zum nächsten Tag der Kranken gestalten, ist noch offen.



Meldung verfasst von: Reinhold Bruder.






Aufgeschaltet am 7. März 2008
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