Diskussion Preambelentwurf 2008 - Reformierte Landeskirche Aargau


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KR_Diskussion_Praeambelentwurf_2008
v.li. Doris Fritschi, Arbeitsgruppenleiter Daniel Hess und Präsidentin Claudia Bandixen im Gespräch
Foto: Fritz Imhof

Was bedeutet «Dialog mit der Bibel» – Diskussion über den neuen Präambelentwurf

Aus dem a+o Nr. 3, März 2008

Die Arbeitsgruppe 1 «Werte» zur Revision der Kirchenordnung hat den Entwurf für eine Präambel an einem Gesprächsabend zur Diskussion gestellt. Rund 30 Interessierte, Mitarbeitende und Synodale der Landeskirche mischten sich am 24. Januar im Bullingerhaus in Aarau engagiert ein und machten Vorschläge.


«Es hat mich überrascht, wie lebendig, engagiert und interessant eine Diskussion über die Kirchenordnung (KO) sein kann.» So die Bilanz von Pfarrer Daniel Hess, Leiter der Arbeitsgruppe «Werte», nach dem Diskussionsabend. Eine Kirchenordnung gelte ja gemeinhin als langweilig und trocken. «Aber sobald man miteinander darüber ins Gespräch kommt, stellt man fest, wie sehr es hier um Grundlegendes geht», so Daniel Hess nach der Veranstaltung.

Trinitarischer Aufbau
Nachdem sich die Koordinationskommission der Kirchenordnungsrevision für eine Variante der Präambel entschieden hatte und diese vom Kirchenrat, unterstützt von der Geschäftsprüfungskommission, bestätigt wurde, wurde sie in der Dezemberausgabe des a+o veröffentlicht. Sie beginnt mit dem Passus: «Die allumfassende Liebe Gottes, wie sie sich in Jesus Christus offenbart, und der Glaube an den dreieinigen Gott sind der tragende Grund der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Aargau.» Im Folgenden ist die Präambel nach dem trinitarischen Muster aufgebaut.
Der Diskussionsabend machte die Bandbreite kirchlicher Haltungen zum Beispiel in der Frage der Identität der reformierten Kirche deutlich. Die neue Präambel schlägt dazu vor: «Sie ist aus der Reformation hervorgegangen und erneuert sich stets im Dialog mit der Bibel.» Genügt hier ein «Dialog»? «Muss die Bibel nicht verbindlicher für die Kirche sein?» fragte eine Synodale. Arbeitsgruppen und kleine Teams diskutierten darüber und machten Vorschläge zuhanden der Arbeitsgruppe.

Wichtige Feedbacks
«Für uns war es wichtig, ein Feedback zu erhalten,» resümierte Hess nach dem Diskussionsabend. Erwartungsgemäss sei dieses nicht eindeutig ausgefallen. «Auf der einen Seite wurde die vorgeschlagene Präambel als mutig und pointiert gelobt, auf der anderen Seite gab es Stimmen, welche denselben Wortlaut als wässrig und unverbindlich empfanden.» Somit liege die Arbeitsgruppe mit ihrem Vorschlag wohl nicht allzu falsch.
Zu reden gegeben hätten vor allem die Punkte, welche bereits in der Arbeitsgruppe engagiert diskutiert worden seien. Fragen zur Identität der Landeskirche zum Beispiel und zur Rolle der Bibel. Oder wie viel Interpretationsspielraum dürfen die Formulierungen lassen?
Die Gruppe will nun die eingegangenen Vorschläge prüfen. Einer betraf die kirchlich gefärbte Sprache der Präambel. Hess hält den Einwand zwar für bedenkenswert, man dürfe aber nicht vergessen, dass es um eine Präambel für eine Kirchenordnung gehe.

Daniel Hess erklärt die Aufgabe der Präambel so: «Die Präambel gibt in knapper Form darüber Auskunft, was wir als Kirche wollen. Dabei zeichnet sie an manchen Stellen ein Idealbild von Kirche, das sich längst nicht immer mit der Realität deckt».
Die Präambel wird weiterhin zur Diskussion gestellt. Die Arbeitsgruppe hätte sich auch eine Präambel vorstellen können, die eher ein Bekenntnis bzw. einen liturgischen Text enthalten hätte. Die Formulierung müsse jedoch auch juristischen Kriterien genügen.

Letztlich wird der Kirchenrat über die definitive Formulierung entscheiden, die er auch der Synode vorlegen wird.



Meldung verfasst von: Fritz Imhof.




Aufgeschaltet am 11. März 2008
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