Entscheid Tagungshaus Rügel 2007 - Reformierte Landeskirche Aargau


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Kirchenrat beabsichtigt, das Tagungshaus Rügel abzugeben

Medienmitteilung vom Mittwoch, 6. Juni 2007

An der Synode der Reformierten Landeskirche Aargau am Mittwoch in Baden hat der Kirchenrat die Synodalen über die neue strategische Ausrichtung der kirchlichen Erwachsenenbildung im Aargau informiert und erklärt, dass das Tagungshaus der Reformierten Landeskirche auf dem Rügel in den geplanten Szenarien keine bedeutende Rolle mehr spielen werde. Der Kirchenrat werde deshalb der Synode im November 2007 beantragen, "das Tagungshaus zu veräussern", wie Kirchenrat Konrad Naegeli, Präsident der Betriebskommission Rügel, sagte.


Es gehe dabei nicht in erster Linie um finanzielle Aspekte sondern um die notwendige neue Ausrichtung der kirchlichen Erwachsenenbildung und eine sinnvolle weitere Verwendung des Tagungshauses bei Seengen, das im letzten Jahr 50 Jahre alt geworden ist. Kirchenratspräsidentin Claudia Bandixen und Kirchenrat Konrad Naegeli informierten die Synode mündlich über das Vorhaben, um damit frühzeitig eine sorgfältige und gründliche Diskussion anzuregen.

Der Kirchenrat will aufgrund des Berichtes einer Expertenkommission mit landeskirchlichen und externen Fachleuten und den seit drei Jahren laufenden Diskussionen über die Entwicklungen und Trends in der Erwachsenenbildung die Weichen für die Bildungsarbeit der Landeskirche und die Zukunft des Tagungshauses Rügel neu stellen. Der Gesamtumfang der Bildungsarbeit in der Aargauer Landeskirche bleibt erhalten, aber die Formen und Angebote der Erwachsenenbildung haben sich bereits stark verändert und sind auch weiterhin in Bewegung.

Die Expertengruppe hat 16 mögliche Szenarien der kirchlichen Bildungsarbeit erarbeitet und für die Aargauer Landeskirche zu vier zukunftsträchtigen Szenarien verdichtet. Das Tagungshaus Rügel als Veranstaltungsort kirchlicher Erwachsenenbildung – so das einstimmige Urteil der Fachleute und des Kirchenrates – spiele dabei nur noch eine marginale Rolle. Von gemeinsamen, mehrtägigen Veranstaltungen mit Übernachtungen gehe der Trend eindeutig hin zu kurzen Modulen und Angeboten an leicht erreichbaren Örtlichkeiten. Übernachtungsmöglichkeiten sind dabei nicht mehr von Bedeutung.

Die Situation des Tagungshauses Rügel
Das Tagungshaus Rügel wird darüber hinaus mit sich verschärfenden Problemen konfrontiert. Die Belegungszahlen und die Auslastung sind in den letzten zwei Jahren so stark gesunken, dass die die Defizitbeiträge der Landeskirche an den Betrieb des Tagungshauses, das vom Vertragspartner SV Service mit einem sehr guten und preisgünstigen Angebot äusserst flexibel geführt wird, massiv gestiegen sind. Vor sechs Jahren konnte der Hotel- und Gastronomiebereich noch nahezu kostendeckend betrieben werden. heute betragen die jährlichen Gesamtzuschüsse an den Betrieb 300 000 bis 350 000 Franken pro Jahr. Dabei sind die Kosten der Studienleitung und des dazu gehörenden Sekretariats nicht inbegriffen. Über 90% der heutigen Belegung erfolgt durch Gruppen und Kunden, die keinen ausgewiesenen Bezug zur reformierten Kirche haben.

Das Komfortangebot des 50 Jahre alten Tagungshauses Rügel mit Zimmern ohne sanitäre Einrichtungen (Duschen und WCs auf der Etage) bewegt sich nur noch auf dem Niveau eines Lagerhauses. Dazu kommen das Fehlen behindertengerechter Einrichtungen und die mangelnde Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Verkehr.
Der Investitionsbedarf in die Erhaltung der Bausubstanz und die dringende Erhöhung des Komforts liegt im Bereich mehrerer Millionen Franken. Angesichts des engen politischen und rechtlichen Spielraums für die bauliche Entwicklung durch das Seeuferschutzdekret des Hallwiler Sees und der bekannten Überkapazitäten auf dem Markt von Tagungs- und Bildungshäusern, kann der Kirchenrat die nötigen Investitionen aus Steuergeldern nicht mehr verantworten.

Der Kirchenrat hat deshalb die Synode am 6. Juni darüber informiert, dass er an der Novembersitzung 2007 folgende Anträge vorzulegen gedenkt:
1. Der Gesamtumfang des Angebots in der Bildungsarbeit der Aargauer Landeskirche bleibt erhalten.
2. In der strategischen Entwicklung der kirchlichen Erwachsenenbildung hat ein kantonales Bildungszentrum in der Art, wie es das Tagungshaus Rügel darstellt, keine besondere Bedeutung mehr. Die hohen Betriebsbeiträge und nötigen Investitionen sind im Interesse der weiteren Entwicklung der kirchlichen Erwachsenenbildung nicht zu rechtfertigen.
3. Das Tagungshaus Rügel soll bis Ende 2009 veräussert werden. Die Nutzung und das Eigentum am Jugendhaus und der Liegenschaft am Rebenweg in Seengen werden separat geprüft.



Meldung verfasst von: ria / Frank Worbs, 4455 Zeichen (incl. 596 Leerzeichen)




Aufgeschaltet am 6. Juni 2007
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