Buchvernissage 2006 - Reformierte Landeskirche Aargau


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Frauen an der Spitze reformierter Kirchen – eine weltweite Besonderheit der Schweizer Reformierten

Buch über Frauen an der Spitze reformierter Kirchen vorgestellt

An einer Vernissage im Stapferhaus auf Schloss Lenzburg wird am Freitag, 24. November, ein auffälliges Buch über die reformierten Kirchen der Schweiz öffentlich vorgestellt. Die Aargauer Kirchenratspräsidentin und Mitherausgeberin Claudia Bandixen betont an der Präsentation, dass die Präsenz der Frauen in den Spitzenpositionen der Kirchenleitungen ein weltweit aussergewöhnliches Phänomen und ein besonderes Kennzeichen für das grunddemokratische Kirchenverständnis der Reformierten sei.


Dieses Anliegen unterstützen durch ihre Mitwirkung an der Vernissage Christine Egerszegi, Vizepräsidentin des Nationalrats, Pfarrerin Silvia Michel, die erste Kirchenratspräsidentin der Schweiz, Béatrice von Siebenthal-Buser, Trainerin des Schweizer Frauenfussball-Nationalteams und Dorothea Leicht-Forster, Parlamentspräsidentin des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds (SEK).
Seit 1980 leiten auch Frauen reformierte Kirchen. 12 der 24 Kantonalkirchen haben oder hatten bereits Präsidentinnen. Acht Kirchen werden zur Zeit von einer Frau geführt. Diese für die christlichen Kirchen aussergewöhnliche Situation dokumentiert das im Theologischen Verlag Zürich erschienene Buch «Wenn Frauen Kirchen leiten - ein neuer Trend in den reformierten Kirchen der Schweiz». Bundesrätin Micheline Calmy-Rey attestiert in ihrem Geleitwort, dass «die reformierten Landeskirchen der Schweiz bezüglich Gleichstellung eine Bilanz ziehen dürfen, von der Wirtschaft und Politik nur träumen können». Das Buch geht der Frage nach, wie es dazu gekommen ist.
Im Mittelpunkt des 172 Seiten umfassenden Bandes stehen die Portraits der 12 Frauen, die als erste eine Schweizer reformierte Kantonalkirche geleitet haben – verfasst von den Journalistinnen Esther Girsberger und Karin Ammann. Sie befragen die ersten Frauen in kirchlichen Spitzenpositionen: Wie ist es dazu gekommen, was ist ihnen wichtig, warum hatten sie Erfolg?
Weitere Beiträge zeigen, dass für die Führungsrolle von Frauen neben der geschichtlichen Entwicklung der Schweizer Kirchen auch die typisch reformierte Spiritualität wichtig ist, die ein anderes Verständnis von religiöser Führung begründet. Die Beiträge stammen von den Theologinnen Claudia Bandixen, Doris Brodbeck, Ina Praetorius, Sabine Scheuter, Luzia Sutter Rehmann und der Historikerin Judith Stofer.
Eine vergleichende internationale Studie der beiden Gender-Fachfrauen des SEK, Hella Hoppe und Anne Waldner, zeigt, dass in den protestantischen Kirchen der Welt Frauen in Spitzenpositionen noch sehr selten anzutreffen sind. «Typisch reformiert» heisst im Blick auf die Führungsrolle von Frauen zur Zeit auch «typisch schweizerisch».


Die Herausgeberinnen und Herausgeber
•Claudia Bandixen, Kirchenratspräsidentin der Reformierten Landeskirche Aargau
•Silvia Pfeiffer, Vizepräsidentin des Rates des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, Kirchenratspräsidentin der Evangelisch-reformierten Landeskirche Schaffhausen
•Frank Worbs, Leiter Kommunikation der Reformierten Landeskirche Aargau

erschienen im Theologischen Verlag Zürich, TVZ, Zürich 2006, ISBN-10: 3-290-17418-2, in der Reihe: Beiträge zu Theologie, Ethik und Kirche, hrg. vom SEK, Institut für Theologie und Ethik ITE

Die portraitierten 12 Kirchenleiterinnen der ersten Generation:
•Sylvia Michel, Aargau, Präsidentin von 1980 bis 1986
•Nicole Fischer-Duchâble, Genf, Präsidentin von 1980 bis 1983
•Hedwig Schneider, Freiburg, Präsidentin von 1980 bis 1990
•Brigitte Profos, Zug, Präsidentin von 1982 bis 1989
•Marianne Schläpfer, Appenzell, Präsidentin von 1992 bis 1999
•Ursula Kunz-Kaspar, Uri, Präsidentin von 1995 bis 1997
•Silvia Pfeiffer, Schaffhausen, Präsidentin seit 1997
•Isabelle Ott-Bächler, Neuenburg, Präsidentin von 1999 bis 2006
•Marianne Bianchi, Tessin, Präsidentin seit 2002
•Karin Gerber-Jost, Nidwalden, Präsidentin seit 2002
•Lini Sutter, Graubünden, Präsidentin seit 2005
•Verena Enzler, Solothurn, Präsidentin seit 2006



Meldung verfasst von: ria / F. Worbs, 2625 Zeichen (incl. 340 Leerzeichen)




Aufgeschaltet am 24. November 2006
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