Jugendsynode 2006 - Reformierte Landeskirche Aargau


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Erste Jugendsynode der Reformierten Landeskirche formuliert klare Forderungen

Medienmitteilung vom Montag, 30. Oktober 2006

Am Samstag, 28. Oktober, debattierten zum ersten Mal in der Reformierten Landeskirche Aargau cirka 60 junge Erwachsene an einer «Jugendsynode» über Auftrag, Form und Zukunft der reformierten Kirche. Die Aargauer Kirchgemeinden schickten junge Menschen zwischen 16 und 25 Jahren zur ganztägigen Session im Sitzungssaal des Grossen Rates in Aarau. In sechs themenbezogenen Workshops wurden Anträge ausgearbeitet. Sieben der acht Anträge zur Beteiligung von Jugendlichen, jugendgerechten Angeboten und dem gesellschaftlichen Auftrag der Kirche überwies das Plenum an den Kirchenrat und die Synode.


Eröffnet wurde die Synode mit einem kurzen Gottesdienst in der Stadtkirche Aarau, gestaltet von jungen Erwachsenen. Die Themen der anschliessend im Grossratsgebäude stattfindenden Workshops waren an mehreren regionalen Vorbereitungstreffen bestimmt worden: Angebote für junge Erwachsene, Gottesdienste, Konfirmandenunterricht, Vernetzung und Ökumene, Kirche und Gesellschaft und die Mitbeteiligung der Jugendlichen in der Kirche. Sechs Gruppen formulierten in einer zweistündigen Diskussion insgesamt acht Anträge, die dem Plenum zur Diskussion und Abstimmung vorgelegt wurden.

Kirchliche und politische Anträge
Nach zum Teil heftigen Diskussionen im Plenum am Nachmittag wurden sieben der acht Anträge gutgeheissen. So fordern die jungen Erwachsenen die Landeskirche auf, Kirchenpolitik als obligatorisches Thema im Konfirmationsunterricht einzuführen. Jugendliche sollen über ihre Rechte und Pflichten in der Kirche aufgeklärt werden, über die Möglichkeiten, wie sie sich nach der Konfirmation in der Kirche einbringen können. Mit diesen Anträgen bestätigten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Anliegen der Jugendsynode, junge Menschen stärker in die Gestaltung und Veränderungsprozesse der reformierten Kirche einzubeziehen.
Ausserdem forderten die Jugendlichen eine aktive Beteiligung der Landeskirche bei der Integration der ausländischen Bevölkerung. Anhand von Informationen und Aktionen soll die Landeskirche ihre Offenheit gegenüber Menschen aller Religionen und Kulturen zeigen, sich für den Abbau von Konflikten in der Gesellschaft einsetzen, die soziale Gerechtigkeit fördern und den christlichen Glauben weitergeben.
Knapp und mit vielen Enthaltungen wurde hingegen der Antrag abgelehnt, dass die reformierte Landeskirche öffentlich zu politischen Themen, welche christliche Wertvorstellungen betreffen, Stellung nimmt.

Speziell auf junge Kirchenmitglieder bezogen wurden eine ansprechende Internetplattform und Jugendseiten im Kirchenboten gefordert. Der Konfirmandenunterricht soll spannender und flexibler gestaltet werden und nach der Konfirmation nicht einfach aufhören. Weiterführende Angebote wie Jugendgruppen sind erwünscht. Schulungs- und Informationsveranstaltungen für kirchliche Mitarbeitende sollen die Zusammenarbeit mit den kirchlichen Jugendverbänden und der offenen Jugendarbeit verbessern.

Anträge werden im Kirchenrat und der Synode aufgenommen
Die Jugendsynode wurde von der landeskirchlichen Projektstelle Junge Erwachsene unter der Leitung von Thomas Gautschi, mit Unterstützung des Kirchenrates und des Synodepräsidiums und einem engagierten Team junger Erwachsener organisiert. Kirchenrätin Myriam Heidelberger Kaufmann nahm die Anträge der Jugendsynode entgegen und versprach, diese in den Kirchenrat und die Beratungen des nächsten Arbeitsprogramms einzubringen. Die für das Dossier Jugend verantwortliche Kirchenrätin zeigte sich beeindruckt von der« grossartigen Gesprächskultur» und der «Ernsthaftigkeit und Ausdauer, mit der die jungen Frauen und Männer diesen Tag gestaltet haben». Heidelberger Kaufmann betonte: «Junge Menschen unserer Kirche wollen mitreden, und sie haben Etwas zu sagen. Die Jugendsynode war ein erster Schritt. Nun gilt es, die Ideen und Gedanken der jungen Frauen und Männer konkret zu gestalten und als Basis für unsere Legislaturziele 2007–2010 zu verwenden.»

In der ersten Sitzung der neu gewählten Synode am 17. Januar 2007 werden die Anliegen und Anträge den Synodalen vorgestellt. Dass eine weitere Jugendsynode stattfindet, ist nach dieser erfolgreichen Premiere wahrscheinlich. Symbolisch bekamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Schluss einen Regenschirm als Zeichen dafür, dass die Jungen nicht im Regen stehen gelassen werden.



Meldung verfasst von: ria / F. Worbs, 4300 Zeichen (incl. 552 Leerzeichen)




Aufgeschaltet am 30. Oktober 2006
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