Kirchenglücksspiel 11 - Reformierte Landeskirche Aargau


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Kirchenglücksspiel 11
Eines von über 100 F12- (hier auf dem Mutschellen) und F4-Plakaten, die in den mitwirkenden Kirchgemeinden in der Zeit der Kampagne auf APG-Stellen hingen.
Foto: Mirjam Stutz, Lenzburg

136 000 mal gespielt – positive Bilanz des Kirchenglücksspiels der reformierten Kirchen

Nach drei Wochen, 136 000 gespielten Codes und 32 100 Franken ausgespielter Gewinne wurde am Sonntag das Glücksspiel der reformierten Kirchen in den Kantonen Aargau, Bern, Solothurn und Zürich beendet. Wenn man den Code eines der 600 000 verteilten Rubbellose auf der Internetseite www.kirchenglücksspiel.ch eingab, konnte man 50 Franken gewinnen, die man für eines der vorgestellten Kirchenprojekte spenden konnte. Auf diese Weise präsentierte das «Kirchenglücksspiel» der Öffentlichkeit über 300 moderne und ungewohnte Angebote von 140 mitwirkenden Kirchgemeinden, die mit ihrer Tätigkeit zum Glück vieler Menschen beitragen. Die Internetseite bleibt noch einige Monate online, damit man sich über die Ergebnisse und die Projekte der Kirchgemeinden weiterhin informieren kann.


Von den 136 000 eingegebenen Codes stammten 76 000, ca. 56 %, von den    600 000 Rubbellosen, die die Kirchgemeinden via Zeitungen und bei dutzenden Strassenaktionen und an Veranstaltungen seit dem 26. August verteilt haben. Die Wirkung der oft an den Wochenenden konzentrierten Aktivitäten der Kirchgemeinden konnte regelmässig aufgrund der erhöhten Zugriffe auf die Internetseite beobachtet werden. Mit einem Rücklauf von ca. 13 % der verteilten Lose hat die Kampagne ihre Ziele im Vergleich zu den üblichen Werten bei solchen Werbeaktionen voll erfüllt.

Zusätzlich wurde 60 000 Mal online gespielt. Mit insgesamt 136 000 Spielen übertraf die Wirkung der Kampagne die Erwartung der Kirchen bei weitem. Aufgrund des grossen Erfolgs war die vorgesehene Gewinnsumme von 30 000 Franken nach gut zwei Wochen bereits ausgespielt und musste erhöht werden. Zum Schluss wurden insgesamt 32 100 Franken oder 642 Gewinne à 50 Franken an die Projekte der Kirchgemeinden verteilt. Vier Projekte erhielten mit Abstand am meisten Gewinne: «Brunch & Spirit» im Pfarrkreis Hägendorf im Kanton Solothurn, ein monatlich stattfindender Bruch für Familien aus anderen Nationen mit geistlichen und geistigen Inputs hat 2150 Franken erhalten, «Les Moments Musicaux» der Kirchgemeinde Bremgarten-Mutschellen AG 2000 Franken, ein Spiel- und Begegnungsplatz in Brittnau AG 1800 Franken. Und auf Platz vier die Musicalwoche der Kirchgemeinden Hägendorf-Wangen SO mit 1300 Franken. Diesen Projekten wurden jeweils zwischen 26 und 43 Gewinne zugeteilt.

Aber die Teilnehmenden haben nicht nur gespielt, sie interessierten sich auch für die Projekte und Angebote der Kirchgemeinden, wie die Auswertung der Internetseite zeigt: Insgesamt über 187 000 Mal haben sie Informationen zu den 300 Projekten und Angeboten der Kirchgemeinden angeschaut. 6300 Mal wurden zusätzliche Detailinformationen zu einzelnen Projekten angeklickt.

An der Kampagne beteiligte Kirchgemeinden können die detaillierten Auswertungen der Internetseite, welches Projekt wie oft angeschaut oder angeklickt wurde, beim Informationsdienst anfordern.

1400 Anrufe auf der Telefon-Hotline
Die Telefon-Hotline der Kampagne wurde von Mitarbeitenden von drei Landeskirchen von 8 bis 22 Uhr beantwortet – täglich, auch am Wochenende. In der ersten Woche, vom 26. August bis 2. September war der Informationsdienst der Aargauer Landeskirche für die Hotline zuständig. Am ersten Tag, am 26. August, gab es über 200 Anrufe. Das Telefon klingelte über Stunden alle 30 bis 60 Sekunden.

In den drei Wochen riefen insgesamt ca. 1400 Personen an, zum grössten Teil Frauen. Die meisten hatten keinen Zugang zum Internet und wollten via Telefon erfahren, ob sie etwas gewonnen hatten, oder was das überhaupt für eine Aktion sei. Neben dem Überprüfen der Codes kam es in einzelnen Fällen auch zu seelsorgerlichen Gesprächen. Viele äussersten sich begeistert über die moderne Kampagne, manche aber auch sehr kritisch zu einem derartigen Auftreten der reformierten Kirchen. Die Kommentare reichten von «die Kirche tritt wie ein billiger Jakob auf» bis zu «toll, dass die Kirche mal etwas anderes macht» und «man muss auch mal etwas wagen, um die Leute heute zu erreichen».


Viel Medieninteresse bei der Strassenaktion in Frick hier mit Filmteams des Schweizer Fernsehens und der Télévision de la Suisse Romande.
Foto: Mirjam Stutz, Lenzburg

Verteilung der Gewinne
Jede Kirchgemeinde, die ein Angebot oder Projekt auf der Internetseite hatte, das mindestens 50 Franken gewonnen hat, erhält im Oktober einen Brief mit der Mitteilung über die Gewinnsumme. Bis Ende November werden die Gewinne auf die angegebenen Konten überwiesen.

Auswertung und Analysen
Die Nutzungszahlen der Internetseite www.kirchenglücksspiel.ch kann man noch etwas differenzierter betrachten: Zunächst gibt es eine auffallende Differenz zwischen knapp 60 000 «Besuchen» (so oft wurde die Internetseite aufgerufen) und 136 000 «gespielten Codes» (so oft wurden die beiden Buttons «Gewinncode prüfen» angeklickt).

Auf der anderen Seite fällt die für Internetseiten erstaunlich lange durchschnittliche Verweildauer eines Besuchs auf der Website von 3,5 Minuten auf. Insgesamt haben die Besucher/innen ca. 210 000 Minuten oder 35 000 Stunden auf www.kirchenglücksspiel.ch verbracht.

Wie ist das zu erklären? Die Zahl der «Besuche» ist so viel niedriger, weil bei vielen Aktionen und Veranstaltungen der Kirchgemeinden oder bei der Telefon-Hotline ein einzelner Computer stundenlang online war (und die Website nur einmal aufgerufen hat = 1 Besuch). Trotzdem haben viele verschiedene Personen ihre Codes über diesen Computer eingegeben und die Website angeschaut. Daher resultiert vermutlich die erstaunlich hohe durchschnittliche Verweildauer.

Deshalb stellt die Projektleitung bei der Auswertung die Zahl der gespielten Codes in den Vordergrund. Allerdings haben einzelne Personen mehrere Lose oder Codes eingegeben (in einzelnen Fällen auch an der Telefon-Hotline) oder mehrmals online gespielt.

Herkunft und Zahl der Mitspielenden
Die Zahl der effektiven Mitspielenden liegt also irgendwo zwischen 60 0000 Besuchen und 136 000 Spielen oder eingegebenen Codes, vermutlich näher bei der höheren Zahl.

Aufgrund der eingegebenen Codes der Rubbellose kann man auswerten, welche Rubbellose in welchem Kanton (via Zeitung oder auf anderem Weg) verteilt wurden: Demnach stammen 39% der eingegebenen Lose aus dem Aargau und den 14 Kirchgemeinden der Landeskirche Solothurn, 34,5% aus dem Kanton Zürich, 26,5 % aus der Kirche Bern-Jura-Solothurn (Kantone Bern und Teil Solothurn).
Bei der (nicht immer sicheren) geographischen Zuordnung der Nutzerinnen und Nutzer der Website sind folgende Städte Spitzenreiter: Zürich, Bern, Winterthur, Wettingen und Thun. Es gab aber auch auffallend viele Zugriffe aus Städten, in denen die Lose gar nicht verteilt wurden wie Basel, Luzern, Aarau Genf und Lausanne.

Befragung der beteiligten Kirchgemeinden
Zur Auswertung der Kampagne wird nicht nur die Nutzung der Internetseite detailliert analysiert, auch die Kirchgemeinden, die in den vier Kantonen bei der Kampagne mitgemacht haben, werden über ihre Erfahrungen und Einschätzungen systematisch befragt. Die Ergebnisse dieser Umfrage werden bis Ende November in einem Gesamtbericht der Kampagne verarbeitet.

Über die vielen Aktionen der Kirchgemeinden mit Luftballonen und Glückslosen berichten wir mit vielen Fotos im nächsten a+o.

Interne Beteiligung
140 der 500 Kirchgemeinden in den vier Kirchen machen bei der Kampagne mit. In den Kantonen Aargau und Solothurn entspricht die Teilnahmequote 60 – 80% der Kirchgemeinden bzw. der angesprochenen Mitglieder. Im Kanton Aargau sind 45 der 73 Kirchgemeinden dabei.

In den Mitgliederzeitungen «reformiert.» und interkantonaler Kirchenbote (in Solothurn) wurden am 26. August ca. 250 000 Rubbellose eingeklebt, in Lokalzeitungen der Stadt Zürich Anfang September ca. 90 000. Die übrigen 260 000 Lose werden von den Kirchgemeinden in Geschäften, an Veranstaltungen und Aktionen verteilt, zum Beispiel bei Strassenaktionen. Viele Kirchgemeinden planen spezielle Veranstaltungen, die nach dem Wesen des Glücks fragen oder Gottesdienste zum Thema «Das Glück kommt zur rechten Zeit».

Die Kirchgemeinden haben insgesamt ca. 8000 grosse und kleine Plakate, 25 000 Postkarten und ca. 20 000 Luftballone zur Kampagne bestellt. Auf der Internetseite www.kirchenglücksspiel.ch haben sie bis Redaktionsschluss über 300 Projekte und Angebote eingetragen, auf die sie im Rahmen dieser Kampagne speziell aufmerksam machen möchten.

Internetkampagne
Die Öffentlichkeitskampagne funktioniert zusätzlich auch unabhängig von den Rubbellosen und den Aktivitäten der Kirchgemeinden im Internet auf www.kirchenglücksspiel.ch. Auf vielen Internetseiten wurden Banner und Teaser aufgeschaltet, die per Klick bezahlt werden. Auch viele Kirchgemeinden haben die Banner und Teaser auf ihren Internetseiten aufgeschaltet. Die reformierten Kirchen wollen so zum ersten Mal eine online-Kampagne durchführen, die auch über Social Medias verbreitet wird.


Frank Worbs
z. T. aus einer Medienmitteilung vom Dienstag, 20. September 2011

kirchenglücksspiel.ch