Neues gemeinsames einheitliches Erscheinungsbild CD Landeskirche und Kirchgemeinden


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Als «Reformierte Kirche» auftreten - Synodebeschluss zum Erscheinungsbild

Am Mittwoch, 15. November, haben 156 Synodale der Reformierten Landeskirche Aargau im Grossratssaal in Aarau ein neues gemeinsames Erscheinungsbild für die Aargauer Kirchgemeinden und die Landeskirche sowie verschiedene Massnahmen zur Lösung von Konfliktsituationen in Kirchgemeinden, darunter ein neues Abwahlverfahren, beschlossen. Neben einem revidierten Wahl- und Abstimmungsreglement bewilligte die Synode auch das Budget 2018 – wegen der geplanten roten
Zahlen allerdings nicht ohne Nebentöne.


Die Synode hat nach intensiver Diskussion unter der Leitung von Synodepräsident Roland Frauchiger den Vorschlag des Kirchenrats für ein neues gemeinsames Erscheinungsbild gutgeheissen. Mit der neuen Wortmarke «Reformierte Kirche» soll die Sichtbarkeit und Wiedererkennbarkeit der Kirchgemeinden, der Landeskirche und ihrer Angebote und Leistungen auf allen Ebenen verbessert werden. Eigentlich hatte die Synode schon im November 2016 die Einführung eines gemeinsamen Erscheinungsbilds beschlossen. Aber über die Begrifflichkeiten gingen die Meinungen auseinander, und die Synode
wollte zuerst einen konkreten Entwurf sehen, bevor sie die Verbindlichkeit für alle Kirchgemeinden beschliesst.

«Weil wir gemeinsam Kirche sind»
Kirchenratspräsident Christoph Weber-Berg betonte in seinem Eingangsvotum die tiefere Bedeutung des einheitlichen Auftritts: «Weil wir Kirche sind, gemeinsam, und nicht jede und jeder für sich alleine, wollen wir das in der Öffentlichkeit auch so bezeugen. Ja, wir gehören zur gleichen Kirche wie die in
Lenzburg oder in Frick und über den Kanton hinaus. Das darf man sehen. Das soll man sehen.» Dem stimmte Ursula Stocker-Glättli im Namen der
Geschäftsprüfungskommission zu, bemängelte aber die unklaren Ausführungen zu den Kosten. Sie verlangte ein eindeutiges «Preisschild», das Weber-
Berg dann auch mit 35’000 Franken bezifferte.

Aber der Begriff «Kirche» anstelle von «Kirchgemeinde» in der einheitlichen Wortmarke gab wie schon im November 2016 zu reden. So wehrte sich Madeleine Krause im Namen der Fraktion Kirche und Welt mit Anspielung auf das Jubiläum der Reformation gegen eine hierarchisch, also von oben verordnete
Begrifflichkeit. Die Fraktion verlangte, dass die Wortmarke mit «Kirchgemeinde» gestaltet und der vorgeschlagene Blauton dunkler werden müsste.
Dem hielt Marc Zöllner im Namen der Fraktion Freies Christentum entgegen, dass die kurze Wortmarke «schlicht und elegant» sei und gut in das visuelle
Zeitalter passe. Noch wichtiger sei aber, dass die meisten Kirchenmitglieder sich zu ihrer «Kirche» zugehörig fühlen und weniger zu einer bestimmten Kirchgemeinde.
Der Begriff «Kirchgemeinde» sei vor allem für die aktiven und mitarbeitenden Mitglieder wichtig. Nachdem sich auch Jakob Haller von der Fraktion
Lebendige Kirche und weitere Votanten in diesem Sinne zu Wort meldeten, fiel die Abstimmung über den Antrag der Fraktion Kirche und Welt und auch über
die Wortmarke überraschend eindeutig aus: 119 Synodale sprachen sich für «Kirche» aus, 20 für «Kirchgemeinde». Anschliessend wurden alle Anträge des
Kirchenrats zum Erscheinungsbild und zur Rechtsgrundlage für die Verbindlichkeit in allen Kirchgemeinden mit grosser Mehrheit bewilligt. Die Frage
ob auch der Begriff «evangelisch» aufgenommen werden müsste, spielte in der Diskussion keine Rolle mehr.
Die Kirchgemeinden haben nun sechs Jahre lang Zeit, das gemeinsame Erscheinungsbild mit Unterstützung der Landeskirchlichen Dienste einzuführen.
Sie können die Wortmarke mit zusätzlichen, stilistisch angepassten Bildelementen ergänzen.

Bezug zur zukünftigen «Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz»
Der Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds SEK, Gottfried Locher, nahm in seinem Grusswort die Diskussion über das «gemeinsam Kirche Sein» auf allen Ebenen gerne auf. Er verwies darauf, dass erst letzte Woche auch die Abgeordneten des Kirchenbunds im Rahmen der Verfassungsrevision beschlossen hatten, den SEK künftig «Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz» zu nennen und die Abgeordnetenversammlung zu einer Synode zu machen.


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